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Was sind Mogelpackungen?Lonely/Shutterstock.com

Was sind Mogelpackungen?

Kennst du das auch? Voller Freude reißt du die Chipstüte auf und fragst dich, ob die Verpackung irgendwo ein Loch hatte oder tatsächlich nur so wenig drin sein kann? Nicht nur Lebensmittel wie Chips, Bonbons oder Müsli, auch Kosmetik wie Cremes und Parfums und Wasch- und Reinigungsmittel enttäuschen oft beim Öffnen der Packung. Dass bei solchen Packungen mehr Müll als notwendig entsteht, sorgt für zusätzlichen Ärger. Doch Hersteller legen sich richtig ins Zeug um ihre Produkte gut aussehen zu lassen, da wird an der Verpackung nicht gespart. Große Umkartons, doppelte Böden, Sockel und Einbuchtungen oder einfach ganz viel Luft – oft hält der Inhalt nicht, was die Packung verspricht.

Sind Mogelpackungen nicht verboten?

Doch. Verpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen als sie tatsächlich enthalten, sind per Gesetz verboten. Aber es gibt dabei ein Problem: es gibt keine festen Regeln dafür, wieviel Luft noch ok ist und ab wann man über den wahren Inhalt getäuscht wird. Das muss für jedes Produkt einzeln entschieden werden. In Deutschland ist das eine Aufgabe der Eichämter. Aber ohne eindeutige gesetzliche Regeln ist es auch für die Behörden schwierig, solche „Mogelpackungen“ zu verhindern oder die Hersteller zu bestrafen.

Und es gibt Ausnahmen, zum Beispiel Pralinen. Weil die vor Stößen oder Druck besonders geschützt werden müssen, darf die Verpackung bis zu sechsmal so groß sein wie die enthaltenen Pralinen. Auch bei Chips Produkten ist eine bestimmte Menge Luft nötig, damit sie nicht in der Packung zerbröseln. Oder es entstehen aus technischen Gründen Freiräume, zum Beispiel wenn pulverförmige Produkte wie Suppen- oder Puddingpulver abgefüllt werden. Das Pulver sackt meist mit der Zeit noch etwas zusammen, dadurch ist die Füllhöhe in der Verpackung im Laden niedriger als bei der Abfüllung.

Luftnummern

Bei manchen Verpackungen kommen Zweifel auf, ob die Leerräume technisch wirklich notwendig sind. Oder will der Hersteller das Produkt im Laden nur hochwertiger erscheinen lassen, als es tatsächlich ist?
Die Verbraucherzentrale setzt sich dafür ein, dass es Gesetze mit genauen Regelungen gibt, ob und wo Lufträume erlaubt sind und wie groß die im Vergleich zum Inhalt sein dürfen. Nur so kann wirklich etwas gegen die Schummelei mit der Verpackungsgröße unternommen werden, wenn nötig auch vor Gericht.
Wenn ihr euch auch einmal über eine Luftpackung ärgert: Sendet uns einfach Fotos von der Verpackung und/oder den Namen und Hersteller des Produkts an essplorer@vz-bw.de (in Baden-Württemberg)
Außerdem könnt ihr eure Beschwerde auch an die zuständigen Eichämter melden.

Beispiele für Produkte, die aus unserer Sicht mehr Luft als notwendig enthalten, findet ihr hier.