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Achtung Zuckerfallemadlen/Shutterstock.com

Achtung Zuckerfalle

Wer vor dem Müsliregal im Supermarkt steht, hat die Qual der Wahl. Auf der Suche nach einem gesunden Frühstück kommen da Produkte „ohne Zuckerzusatz“ gerade recht. Doch ein Blick auf die Nährwerttabelle überrascht: das Müsli enthält 21,9g Zucker pro 100g. Wie kann das sein?

Tabelle 1. Gesetzlich geregelte Angaben

AngabeDas bedeutet:
zuckerarmBis zu 5g Zucker pro 100g bzw. 2,5g Zucker pro 100ml
Reduzierter ZuckergehaltMindestens 30% weniger Zucker „im Vergleich“ zu anderen Lebensmitteln gleicher Art. Womit genau verglichen wird, ist nicht festgelegt.
Ohne ZuckerzusatzVerboten: Zugesetzter Zucker, wie Trauben- oder Haushaltszucker Erlaubt: „von Natur aus enthaltener“ Zucker aus Früchten oder Milch, Süßstoffe, Zuckeraustauschstoffe
zuckerfreiBis zu 0,5g Zucker pro 100g bzw. 100ml Zucker wird durch Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe ersetzt.

Tabelle 2. Nicht gesetzlich geregelte Angaben

AngabeDas bedeutet:
weniger süßReine Geschmacksangabe; nicht automatisch geringerer Zucker- oder Energiegehalt
Mit TraubenzuckerTraubenzucker hat denselben Energiegehalt wie Haushaltszucker, ist nur weniger süß. Er ist also nicht gesünder.
Mit Fruchtzucker – der Süße aus FrüchtenFruchtzucker besitzt eine höhere Süßkraft im Vergleich zu Haushaltszucker und ist gleichzeitig preiswerter. Er ist aber weder gesünder noch kalorienärmer.

„Ohne Zuckerzusatz“ heißt nicht, dass das Produkt zuckerfrei ist, sondern lediglich, dass kein Zucker bei der Verarbeitung zugesetzt wurde. Von Natur aus kann es Zucker enthalten, z.B. aus Trockenfrüchten Getreide oder Milch.

Die Tabellen 1. und 2. zeigen, was hinter den verschiedenen Angaben über Zucker steckt, die die Hersteller nur zu gerne nutzen.

Die Verbraucherzentralen haben einen Marktcheck zum Thema Versteckte Süßmacher durchgeführt. Alle Ergebnisse findest du hier.

Versteckt und unentdeckt: Süßende Substanzen in Lebensmitteln

Achtest du auch darauf weniger Zucker zu verwenden? – Das wird dir manchmal ganz schön schwer gemacht. Viele Süßmacher stecken in verarbeiteten Lebensmitteln und sind auf den ersten Blick nicht immer erkennbar. Süßmolkenpulver, Dextrose, Glucosesirup, Laktose, Fruktose, Maltodextrin, Molkenerzeugnis – sind nur eine kleine Auswahl von Begriffen, hinter denen letztendlich Zucker steckt.
Beispiel: Eine mit Schokolade überzogene gefüllte Waffel mit Cerealien enthält elf Zutaten, die zum Zuckergehalt von 45,4g pro 100g beitragen: Glukose-Fruktose-Sirup, Glukosesirup, karamellisierter Zucker, Maltodextrin, Milchzucker, Molkenerzeugnis, Süßmolkenpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Zucker und gezuckerte Kondensmilch.

Auch bei pikanten Lebensmitteln lohnt sich ein genauer Blick auf Zutaten und Nährwertkennzeichnung. Denn Zucker ist nicht nur Geschmacksträger, sondern wird auch zur Wasserbindung eingesetzt. Im Krautsalat können bis zu 12% Zucker enthalten sein (2 Teelöffel Zucker pro 100g). Und wer vermutet in einer Portion Hähnchen Snack mit fruchtiger Curry-Sauce schon stolze 16g Zucker, also gut fünf Würfelzucker?

Tipp:

  • Um Zuckerfallen zu entgehen, solltest du einen kritischen Blick auf Zutaten und Nährwerte werfen und stets mit anderen Produkten vergleichen.


Weitere Infos findest du im Artikel zum Thema Wissenswertes über Süßmacher