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Detox Tee - was dahinter steckt

Was heißt eigentlich Detox?
Detox kommt aus dem Griechischen und ist die Abkürzung für Detoxifikation, was so viel wie Entgiftung heißt. In Zeitschriften, im Fernsehen und im Internet werden so genannte Detox-Kuren als Entschlackungsprogramm diskutiert.

Was steckt hinter einer Detox-Kur?

Wer „detoxt“, verzichtet für eine bestimmte Zeit auf übersäuernde Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Süßigkeiten, aber auch auf Alkohol und Zigaretten. Den Speiseplan soll man vor allem mit viel Obst und Gemüse, hauptsächlich in Form von Säften und Suppen füllen. Neben dieser eingeschränkten Lebensmittelauswahl gehören auch Bewegung, Massagen und Wellness-Produkte zur Detox-Kur und sollen zu mehr Wohlbefinden und einem guten Körpergefühl beitragen. Schlussendlich steckt hinter Detox-Kuren also nicht mehr und nicht weniger als die Konzentration auf eine Ernährung, die reich an natürlichen, pflanzlichen Produkten ist, kombiniert mit ausreichend Bewegung und Entspannung. Dass das gesund ist, weiß eigentlich jeder. Eine „Entgiftung“ in diesem Sinne ist auch gar nicht notwendig, denn unser Körper verfügt über eigene Entgiftungsmechanismen inLeber und Niere. Wie mit jedem angeblich angesagten Ernährungstrend, kommen auch zum Detoxen die passenden Produkte in die Regale der Supermärkte. Die Lebensmittelindustrie greift mit ihren Werbestrategien das Modewort „Detox“ auf, um angeblich neue Produkte teuer zu vermarkten – so auch den Detox-Tee.

Detox-Tee, Kräutertees neu vermarktet

Er wird als „perfekter Begleiter einer sanften Detox-Kur“ beworben. Immer mehr Hersteller bringen Detox-Tees auf den Markt. Doch was steckt dahinter? Ein Blick auf die Bezeichnung und Zutatenlisten der Produkte zeigt: Hierbei handelt es nicht etwa um ein besonderes Wundermittel, sondern schlichtweg um Kräuterteemischungen, die unter dem Namen „Detox“ neu vermarktet werden. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich zwar von Hersteller zu Hersteller, besonders häufige Zutaten sind jedoch Brennnesseln und Löwenzahnblätter, die seit Jahrhunderten für ihre (angeblich) entwässernde Wirkung bekannt sind und dadurch beim Abnehmen und „Entgiften“ helfen sollen. Auch grüner Tee, Mate und Ingwer tauchen recht häufig in den Zutatenlisten auf. Außergewöhnliche Inhaltsstoffe, die Detox-Tees von anderen Kräuterteemischungen unterscheiden, findet man allerdings nicht. Kosten scheint allerdings das Modewort zu verursachen, denn „Detox“-Tees kosten bis zu 3,00 Euro pro 20 Beutel Tee. Zum Vergleich: Eine Kräuterteemischung derselben Marke kostet umgerechnet lediglich die Hälfte. Bei einem empfohlenen, täglichen Verzehr von zwei bis drei Tassen Detox-Tee kann das ganz schön teuer werden. Besondere Wirkungen sollte man nicht erwarten, aber der Geldbeutel nimmt ab.

Mehr Informationen zum Thema Pyrrolizidinalkaloide in Tee findest du auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Teetrinker aufgepasst!

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einem hohen Verzehr an Kräutertees, vor allem aus Kamille, Pfefferminze, Melisse, Brennnessel und Fenchel. Denn in diesen Tees wurden in einer Untersuchung hohe Mengen an so genannten Pyrrolizidinalkaloiden (kurz: PA) gefunden. PA können in hohen Mengen verzehrt giftig für die Leber und sogar krebserregend sein. PA sind Stoffe, die von vielen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Jakobskreuzkraut, Huflattich oder Borretsch, zur Abwehr von Fressfeinden gebildet werden. Besonders durch die Verbreitung des Jakobskreuzkrauts als Beikraut können PA in Kräutertees oder andere pflanzliche Lebensmittel sowie Honig gelangen. Schädlich sind übrigens nicht die PA selbst, sondern ihre Abbauprodukte in der Leber.
Was sind große Mengen Kräutertee? Schon mit drei Tassen Tee (à 200 Milliliter pro Tag) gelten Erwachsene als „Vielverzehrer“. Ein „Normalverzehrer“ trinkt eine Tasse pro Tag. Gerade auf Detox-Tees werden häufig Trinkempfehlungen für zwei bis drei Tassen pro Tag gegeben. Wenn du häufig und viel Tee trinkst, solltest du also auf Abwechslung achten und nicht ausschließlich Kräuter-, Schwarz-, Grün- oder Rotbuschtee aufbrühen. Es ist sinnvoll, die Sorten und auch die Hersteller zu wechseln. Gute Alternativen, um deinen Durst und Flüssigkeitsbedarf zu stillen, sind Wasser pur oder aufgepeppt mit Limettenscheiben oder Gurkenstückchen, Früchtetees und Fruchtschorlen.