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Superfood - Mehr Schein als Seinmarekuliasz/Shutterstock.com

Superfood - Mehr Schein als Sein

In unserer Superfood-Reihe haben wir in den letzten Wochen fünf Lebensmittel vorgestellt, die als Wundermittel und besonders gesund beworben werden. Hinter dem Begriff „Superfood“ steckt aber vor allem eins: Werbung. Denn was „Superfood“ genau ausmacht, ist rechtlich überhaupt nicht geregelt. Bezeichnet werden damit meist weit gereiste Lebensmittel aus allen Ecken der Welt, die hier bei uns dadurch kaum frisch, sondern getrocknet oder anderweitig verarbeitet angeboten werden.

Acai-Beeren, Matcha und Co. bringen zwar wertvolle Inhaltsstoffe mit, können aber keine Wunder bewirken. Gerade der Vergleich mit heimischen, frischen Lebensmitteln wie Milch, Johannisbeeren oder Fisch hat gezeigt, dass die Nährstoffgehalte in üblichen Portionen gar nicht so herausragend sind, wie es häufig dargestellt wird. Oder man müsste große Mengen essen, um sie als besonders gute Quellen bezeichnen zu können – und das ist nicht realistisch und auch nicht empfehlenswert. Denn zu den meisten Produkten fehlen ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen: Haben sie wirklich eine Wirkung auf die Gesundheit? Oder können sie sogar schaden, wenn sie regelmäßig und in großen Mengen gegessen werden? Bei manchem Superfood, wie beispielsweise Goji-Beeren und Chiasamen kann es sogar zu Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten kommen.

Unser Fazit:

Die Exoten können sicherlich für das eine oder andere Geschmackserlebnis und Abwechslung sorgen. Aber ein Lebensmittel allein – ob es als Superfood bezeichnet wird oder nicht – verbessert keine Ernährungsweise und heilt schon gar keine Krankheiten. Auch Wissenschaftler sind sich in manchen Punkten noch nicht einig oder wissen noch zu wenig, was die Bewertung schwierig macht.
Fest steht aber: Auch hier bei uns gibt es Lebensmittel, wie Heidelbeeren oder Leinsamen, die in punkto Nährstoffgehalte durchaus mithalten können. Noch dazu gibt es die sogar frisch, deutlich günstiger und man ernährt sich damit „super“ genug. Auch Kohlarten, wie Weißkohl, Grün- und Rotkohl könnte man als Superfood bezeichnen, weil sie reichlich Ballaststoffe, Vitamine und wertvolle Pflanzenstoffe enthalten. Dafür sind sie aber wahrscheinlich zu „normal“, nicht exotisch genug und nicht so beliebt. In den USA klappt das wunderbar, dort taucht unser Grünkohl als Superfood „Kale“ in allen möglichen Formen auf, zum Beispiel in Salatmischungen, Smoothies oder als Beilage im Restaurant. Also lasst euch von der Wunderwerbung nicht einlullen, sondern genießt einfach all die leckeren Lebensmittel, die es bei uns gibt.

Unsere Superfood-Reihe im Überblick:

Einführung
Teil 1: Acai-Beeren
Teil 2: Moringa
Teil 3: Goji-Beeren
Teil 4: Matcha
Teil 5: Chiasamen
Zusammenfassung