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Superfood - Teil 5: Chiasamenmarekuliasz/Shutterstock.com

Superfood - Teil 5: Chiasamen

Herkunft: Lateinamerika
Pflanze: Chia-Pflanze
Angeboten als: Samen, vorverpackt oder als Zutat in verschiedenen Produkten
Preis: 7 bis 12 Euro pro Kilogramm

Werbung und Wirklichkeit:

Glaubt man der Werbung in Flyern oder im Internet, sind Chiasamen wahre Wunderkörner. Mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und wertvollen Fettsäuren sollen sie angeblich sogar nährstoffreiche Lebensmittel wie Fisch, Milch, Gemüse oder Obst ausstechen. Doch solche direkten Vergleiche werden zum Teil stark verfälscht, wenn nicht in üblichen Portionsgrößen, sondern pro 100 Gramm gerechnet wird (siehe Tabelle). 100 Gramm Chiasamen zu essen ist – im Gegensatz zu beispielsweise 100 Gramm Brokkoli als Gemüse im Mittagessen – nicht üblich und schon gar nicht empfehlenswert.
Pro Tag sollte man nicht mehr als 15 Gramm Chiasamen, also etwa zwei Esslöffel, essen. Das ist in der Novel Food Verordnung (Verordnung über neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten) festgelegt und muss auch auf der Verpackung von Chiasamen stehen. Denn nur bis zu dieser Menge sind keinerlei gesundheitsschädliche Wirkungen zu erwarten.

Wir haben nachgerechnet und die Tageshöchstmenge für Chiasamen (15 Gramm) mit üblichen Portionen alltäglicher Lebensmittel verglichen. Da sehen die Vitamin- und Mineralstoffgehalte schon gleich ganz anders aus:

Vom Schlankmacher bis zum Mittel gegen Gelenkschmerzen und Schlaganfall: Chiasamen sollen laut Internet bei zahlreichen Leiden Abhilfe schaffen. Doch Fakt ist: Keine dieser Wirkungen ist ausreichend belegt. Deshalb ist für Chiasamen nach der Health Claims Verordnung auch keine Werbung mit Aussagen zur Gesundheit erlaubt. Nur mit einem hohen Ballaststoffgehalt darf geworben werden. Das gilt aber für alle Lebensmittel, die mehr als 6 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm enthalten. Tatsächlich sind in 100 Gramm Chiasamen über 30 Gramm Ballaststoffe, aber auch Leinsamen haben ähnlich hohe Gehalte.

Weil Chiasamen mit Wasser sehr gut aufquellen, können sie in veganen Rezepten als Eiersatz zum Backen oder zur Zubereitung von veganem Pudding eingesetzt werden. Aber Vorsicht: Wer Chiasamen nicht in gequollener Form zu sich nimmt, sondern direkt über sein Müsli oder in den Smoothie streut, sollte unbedingt genügend trinken. Sonst kann es zu Verstopfungen kommen.

Der Verzehr von Chiasamen ist nicht für jedermann geeignet. Wer blutverdünnende Medikamente oder Medikamente gegen Bluthochdruck einnimmt, sollte beim Verzehr von Chiasamen vorsichtig sein und zumindest seinen Arzt zu Rate ziehen. Denn Chiasamen können zu Wechselwirkungen mit solchen Medikamenten führen, die nicht ungefährlich sind.

Fazit:

Chiasamen sind vielseitig einsetzbar und liefern wertvolle Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe und günstige Fettsäuren. Pro Tag sollte man allerdings nicht mehr als 15 Gramm davon essen, was ihre häufig beworbene Bedeutung für die tägliche Versorgung mit Nährstoffen wieder verringert. Leinsamen, die auch bei uns wachsen, haben ähnliche Inhaltsstoffe, können also mit Chiasamen locker mithalten und kosten dazu nur die Hälfte. mitbringen und im Schnitt für den halben Preis erhältlich sind.