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Färben, Tönen und Blondieren – Wie das funktioniertsubbotina_anna/Shutterstock

Färben, Tönen und Blondieren – Wie das funktioniert

Experimentierst du gerne mal mit deiner Haarfarbe? Die Auswahl an Haarfärbemitteln ist riesig.
Doch worin unterscheiden sie sich und was solltest du beachten?

Welche „Färbemethoden“ gibt es:

Bei Haarfarben gibt es vier Produkttypen:

  • Tönungen = auswaschbare Haarfarben (Level 1)
    Bei Tönungen verbinden sich die Farbstoffe nur mit der Außenschicht der Haare. Sie halten meist 6 bis 8 Haarwäschen. Eine Aufhellung der Haare ist mit ihnen nicht möglich – es können nur dunklere Farbtöne erzielt werden.
  • Intensivtönungen = permanente Haarfarben (Level 2)
    Intensivtönungen sind schwache Haarfarben, denn sie enthalten Oxidationsfarben (siehe unter „Colorationen“). Die Farbe bleibt dadurch bis zu 24 Haarwäschen erhalten.
  • Colorationen = permanente Haarfarben (Level 3)
    Colorationen (auch Oxidationshaarfarben genannt) färben die Haare dauerhaft.
    Beim Färben werden dem Haar Farbpigmente zugeführt oder entnommen oder beides zugleich. Dazu öffnen die Mittel die Schuppenschicht der Haare, damit die Farbpigmente ins Haar eindringen können. Das Haar wird vollständig durchgefärbt, die Farbe wäscht sich nicht aus. Am Haaransatz müssen die nachwachsenden Haare nach einiger Zeit neu eingefärbt werden.
  • Blondierungen
    Bei Blondierungen werden die natürlichen Farbpigmente im Haar zerstört. Entwicklercreme lässt das Haar aufquellen, wodurch das Bleichmittel, in erster Linie Wasserstoffperoxid, leichter eindringt und die Haare bleicht. Mit Blondierungen lassen sich die Haare um bis zu neun Farbstufen aufhellen.

Strähnen kann man mit den verschiedenen Färbungsmitteln ausführen. Dadurch ergibt sich natürlich eine unterschiedliche Haltbarkeit.

Für Pflanzenhaarfarben werden natürliche, aus Pflanzen gewonnene Farbpigmente verwendet. Am bekanntesten und sehr effektiv ist die rote Hennapflanze. Für blonde Haartöne werden etwa Kamille, Weizen oder Kurkuma und für Braunnuancen Walnussschalen verwendet. Die Gerbsäure in den Pflanzenfarben bewirkt, dass sich der Farbstoff sehr fest an das Haar anlagert und etwa gleich lange hält wie eine Intensivtönung, also etwa 24 Haarwäschen. Die Pflanzenfarben sind meist pulverförmig und werden zu einer breiigen Masse angerührt und im Haar verteilt. Die Färbung ist allerdings nicht so kräftig wie bei chemischen Produkten und auch die Einwirkzeit ist häufig länger.

Nicht immer unbedenklich

Damit der Umsatz ordentlich brummt, geben die Hersteller viele Millionen Euro für Werbung aus. Besonders betont werden Farbbrillanz, Leuchtkraft, schonende Inhaltsstoffe und pflegende Wirkung. Lass dich durch solche Aussagen nicht täuschen: Ob dauerhaft oder auswaschbar – künstliche Haarfarben greifen nicht nur die Haare an, sondern enthalten gesundheitlich bedenkliche chemische Substanzen wie beispielsweise so genannte Phenylendiamine, welche Hautausschläge, starke Rötungen, Juckreiz und Bläschen im Gesicht, am Nacken und auf der Kopfhaut verursachen können.
Sind gesundheitlich bedenkliche Stoffe in Haarfärbemittel enthalten, ist der Hersteller dazu verpflichtet, folgende Warnhinweise auf die Verpackung zu drucken: „Haarfärbemittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen“ und „Dieses Produkt ist nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt“.
Aber auch bei Pflanzenfarben solltest du beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achten. Es gibt Produkte, die wie Pflanzenfarben aussehen, aber keine reinen Naturfarben sind. Manche Hersteller verwenden Bezeichnungen wie „pflanzlich“ oder „natur“ obwohl sie z.B. Wasserstoffperoxid oder Phenylendiamine einsetzen. Schau Dir die Liste der Bestandteile und die weitere Kennzeichnung genau an. Findest Du die oben genannten Warnhinweise, solltest Du sie auch beachten!
Auch bei rein pflanzlichen Produkten sind Kontaktallergien nicht ausgeschlossen.

Haare färben für Jugendliche unter 16 Jahren tabu?

Weil du unter 16 Jahren noch nicht über einen ausreichenden Säureschutzmantel der Haut verfügst, bist du besonders anfällig für Allergien durch die unterschiedlichen Haarfärbemittel und solltest auf das Haarefärben verzichten.
Friseure können es ablehnen, dir die Haare zu färben, wenn du noch keine 16 Jahre alt bist, oder dich bitten, eine Einverständniserklärung deiner Eltern vorzulegen.

Was ist sonst noch wichtig

  • Denke, wenn du deine Haare selbst färbst, daran, Hände und Kleidung zu schützen. Plastikhandschuhe sind meist in den Packungen enthalten.
  • Viele Hersteller empfehlen vor der Anwendung ihrer Produkte einen Selbsttest, um eine allergische Reaktion auszuschließen. Davon rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ab, da Menschen, die bisher nicht allergisch reagieren, bereits bei einer Testanwendung eine Allergie entwickeln können.