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Hilfe Schweißgeruch!

Schwitzen ist ein heikles Thema. Man denkt sofort an unschöne Flecken auf dem T-Shirt oder an die unangenehme „Geruchsvielfalt” im überfüllten Bus im Sommer. Durch Hitze, Sport und Stress kommt man leicht ins Schwitzen, und das ist auch normal bzw. gut so. Denn das Schwitzen ist für deinen Körper ein sehr wichtiger und lebensnotwendiger Mechanismus, weil es die Körpertemperatur reguliert. Ansonsten würdest du beim Sport sehr leicht überhitzen. Außerdem schützt der Schweiß deine Haut, indem er den natürlichen Säureschutzmantel aufrecht erhält und die Haut befeuchtet, so dass sie nicht rissig wird.

Warum „stinkt’s“ eigentlich?

Schweiß an sich ist eigentlich geruchlos. Schuld am typischen Schweißgeruch sind Bakterien auf der Haut bzw. deren Enzyme. Sie zersetzen Schweiß und Hautfett. Erst dann fängt es an zu riechen. Dabei riecht jeder von uns ein bisschen anders – jeder besitzt sozusagen ein eigenes „Duftprofil“. Lebensmittel wie Knoblauch oder auch Medikamente können den Geruch zusätzlich beeinflussen.

Deo oder Antitranspirant – was macht den Unterschied?

  • Deos enthalten vor allem Duftstoffe, die den unangenehmen Geruch überdecken sollen und Wirkstoffe, die die Schweiß zersetzenden Bakterien an ihrem Wachstum hindern oder sogar abtöten. Problematisch dabei ist, dass diese Wirkstoffe auch die nützlichen Bakterien angreifen und so deine Hautflora schädigen können. In manchen Deos findet man Geruchsabsorber, die die „übelriechenden” Substanzen binden, so dass sie nicht mehr wahrnehmbar sind. Enzymhemmer in Deos greifen nicht die Bakterien direkt, sondern die Enzyme an, die die Zersetzung des Schweißes in Gang bringen.
  • Antitranspirantien enthalten Stoffe, die die Schweißausscheidung um bis zu 20 bis 60 Prozent verringern. Dadurch fehlt den Bakterien der Nährboden und es entsteht weniger Körpergeruch. Auch Aluminiumsalze, die die Ausgänge der Schweißkanäle verschließen, werden dafür eingesetzt. Vielleicht hast du schon davon gehört, dass Aluminiumsalze im Verdacht stehen, die Gesundheit zu gefährden. Dazu fehlen noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen. Inzwischen findest du aber eine große Auswahl an Produkten, die kein Aluminium enthalten. Meist wird dann gezielt damit geworben.

Worauf muss ich beim Einkauf achten?

Das Angebot an Deodorants und Antitranspirantien ist riesig: unzählige Duftrichtungen zum Sprühen, zum Rollen, als Kristalle, Cremes, Puder, Tücher oder Stifte. Neben der Auswahl deines Lieblingsduftes solltest du einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Die Kosmetikverordnung legt fest, dass die Bestandteile auf der Verpackung in der so genannten „Ingredients“-Liste aufgeführt werden müssen.

  • Duftstoffe und Aluminiumsalze können die Haut reizen. Wenn du den Eindruck hast, dass deine Haut das Deo nicht verträgt, sich rötet oder juckt, solltest du ein anderes Produkt ausprobieren.
  • Wenn du auf bestimmte Stoffe allergisch reagierst, solltest du die Inhaltsstoffe immer mit deinem Allergiepass, sofern du einen hast, vergleichen.
  • Konservierungsstoffe machen Kosmetik haltbar, können aber allergieauslösend und reizend sein. Beispiele dafür sind:
    - Triclosan, ein besonders aggressiver Bakterienkiller, der zu Haut- und Augenreizungen führen oder Kontaktallergien auslösen kann.
    - Verbindungen mit Chlor, meist in Form von Aluminiumchlorhydrat, können die Haut reizen und Allergien auslösen.
    - Methylisothiazolinon ist als Auslöser von Kontaktallergien bekannt.

Was tun bei Schweißgeruch?

  • Regelmäßig waschen und Deo direkt im Anschluss auftragen, allerdings nicht direkt nach dem Rasieren, auf gereizter oder verletzter Haut
  • Kleidung aus Baumwolle statt aus Kunstfaser bevorzugen
  • Kleidung regelmäßig wechseln und waschen
  • Achselhaare rasieren, denn sie sind eine gute Brutstätte für Bakterien
  • Möglichst wenig: Kaffee bzw. koffeinhaltige Getränke, Alkohol, scharfe Gewürze wie Chili oder Ingwer und fettreiche Gerichte vor allem an heißen Tagen
  • Antitranspirantien nur bei sehr starkem Schwitzen verwenden, bei regelmäßiger Körperpflege benötigt man sie eventuell nicht täglich.

Weitere Infos findest Du im Artikel Was haben Säuren mit Fußgeruch zu tun?