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Körperschmuck Tattoos – Worauf man achten solltemikhail_kayl/Shutterstock.com

Körperschmuck Tattoos – Worauf man achten sollte

Hast du eigentlich ein Tattoo oder hättest gern eines? Damit bist du nicht allein, denn inzwischen ist fast jeder vierte Deutsche tätowiert. Meist bleibt es nicht bei einem einzelnen Schmuckstück, sondern Arme, Beine und Rücken werden zunehmend bunter. Ob’s gefällt, ist Geschmackssache, schaden darf es aber nicht. Untersuchungen zeigen aber, dass es unter den Tattoofarben und -studios „schwarze Schafe“ gibt.

Können Tattoos gefährlich werden?

Ja, die deutsche Tätowiermittelverordnung regelt zwar, welche Stoffe in Tätowierfarben verboten sind (auf einer so genannten Negativliste), nicht aber, welche Stoffe erlaubt sind. So besteht die Gefahr, dass Hersteller auf alternative Stoffe ausweichen, die bisher einfach nicht verboten, deswegen aber nicht unbedingt besser sind.
Untersuchungsämter finden in Tätowierfarben immer wieder Bestandteile, die Hautreizungen und starke Allergien auslösen können. Das können Konservierungsstoffe, wie Benzylisothiazolinon oder Methylisothiazolinon sein, aber auch Spuren von Nickel. Vielleicht hast du im Zusammenhang mit Schmuck schon von Nickelallergien gehört. Nickel ist ein Metall und gehört grundsätzlich in kein Tattoo. Bei der Herstellung kann es aber in Spuren in die Farbe gelangen. Wird sie unter die Haut gestochen, besteht die Gefahr, dass eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Schmuck mit Nickel kannst du einfach weglassen oder ablegen, beim Tattoo solltest du unbedingt vorher Bescheid wissen. Warnhinweise dazu findet man auf den Verpackungen der Farben allerdings selten bis nie.
In einigen schwarzen Tätowierfarben werden durch Verunreinigungen immer wieder so genannte polzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden, kurz PAK, die sogar krebserregend sein können.

Welche Infos bekomme ich?
Die deutsche Tätowiermittelverordnung legt fest, wie Tattoofarben gekennzeichnet werden müssen. Der Hersteller, sämtliche Inhaltsstoffe und vor allem ein Mindesthaltbarkeitsdatum, die Verwendungsdauer (meist in Form von einem Tiegel) und die Chargennummer sind Pflichtangaben. In der Realität sind die meisten Hinweise zur Sicherheit und Anwendung allerdings unvollständig oder nicht in deutscher Sprache aufgedruckt.

Im Prinzip kann jeder ein Tattoostudio eröffnen, denn dafür gibt es keine klassische Ausbildung. Hier einige Dinge, die du beachten solltest:

  • Solltest du unter Blutgerinnungsstörungen, Herzerkrankungen oder Diabetes leiden oder schwanger sein, solltest du das Risiko einer Tätowierung unbedingt vorher mit deinem Arzt absprechen.
  • Ein professioneller Tätowierer bespricht mit dir vor dem Stechen ausführlich – mündlich und schriftlich – alle Risiken, vor allem in Bezug auf Allergien.
  • Mach dir dein eigenes Bild von der Sauberkeit vor Ort. Das Stechen des Tattoos sollte in einem separaten Raum mit abwischbaren Oberflächen sowie auf einer Liege mit frischen Einwegtüchern stattfinden.
  • Vor dem Tätowieren muss deine Haut unbedingt desinfiziert werden. Der Tätowierer sollte zum Schutz vor Infektionen Einweghandschuhe und einen Mundschutz tragen.
  • Tattoostudios bekommen von den Herstellern der Tattoofarben eine schriftliche Bestätigung, dass die Tattoofarben keine Stoffe enthalten, die laut der deutschen Tätowiermittelverordnung verboten sind. Lass dir diese Bestätigung vor dem Tätowieren zeigen.
  • Der Tätowierer sollte sterile Einmal-Farbtuben verwenden, sterile Nadeln und Instrumente sowie steriles Wasser zum Verdünnen der Farbe aus Einwegverpackungen.
  • Die Pflege nach dem Stechen ist mindestens genauso wichtig. Ein gutes Studio gibt dir alle wichtigen Informationen zur Pflege deines neuen Körperschmucks mit auf den Weg.
  • Verzichte auf Baden, Schwimmen und schweißtreibenden Sport, bis das Tattoo vollständig abgeheilt ist. Für die Pflege der Haut wird regelmäßiges Eincremen mit Vaseline empfohlen.
  • Vermeide ausgiebiges Sonnenbaden, denn die frisch tätowierte Haut hat ungefähr die ersten drei Monate keinen Sonnenschutz.
  • Übrigens: Willst oder musst du dein Tattoo, z.B. aufgrund von Komplikationen, wieder entfernen, übernimmt das die Krankenkasse in der Regel nicht. Du solltest dir deine Entscheidung, das Motiv und die Wahl des Tattoostudios also vorher gut überlegen.


Weitere Infos zu Tattoos findest du im Artikel Tattoo-Entfernung – Eine Trennung mit Risiko