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Tattoo-Entfernung – eine Trennung mit Risikomikhail_kayl/Shutterstock.com

Tattoo-Entfernung – eine Trennung mit Risiko

Motiv, Größe und Farbe einer Tätowierung wollen gut überlegt sein, schließlich ist sie als dauerhafter Körperschmuck gedacht. Was in jungen Jahren gefällt, wird vielleicht in 20 Jahren bereut. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, sollte sich im Klaren darüber sein, dass sich längst nicht jedes Tattoo vollständig und ohne Rückstände entfernen lässt. Und Vorsicht: Eine solche Behandlung birgt erhebliche Risiken.

Welche Methoden der Tattoo-Entfernung gibt es und welche Risiken bestehen?

  1. Dermabrasion: Das Tattoo – und damit auch die Haut – wird so weit abgeschliffen, bis es nicht mehr zu sehen ist. Dadurch entsteht eine große Wunde, die sich leicht entzünden kann. Auch Narben und Pigmentstörungen können zurückbleiben. Diese Methode wird inzwischen nur noch selten angewendet.
  2. Exzision: Das tätowierte Gewebe wird operativ entfernt. Auch hier ist die Gefahr einer Infektion groß – vor allem, wenn mehrere Eingriffe notwendig sind, beispielsweise bei sehr dünnem Gewebe an Armen und Beinen, das nur langsam heilt. Auch Narbenbildungen können nicht ausgeschlossen werden. Diese Methode eignet sich nicht für großflächige Tattoos.
  3. Milchsäure: Hoch konzentrierte Milchsäure wird unter die Haut gespritzt und soll die Farbpigmente abstoßen. Bei dieser Methode können Haut und Schleimhäute sehr stark gereizt werden. Das kann sehr schwere Entzündungen und Narben nach sich ziehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt deshalb ausdrücklich vor dieser Methode.
  4. Laserbehandlung: Laserbehandlungen sind die gängigste Methode zur Tattoo-Entfernung. Über sehr kurze und intensive Lichtimpulse werden die Farbpigmente des Tattoos zerteilt (fragmentiert). Hautrötungen sind die häufigste Nebenwirkung, es kann aber auch zu Blasenbildungen oder Verkrustungen der Haut kommen. Narben entstehen eher selten. Das Problem: Für den Einsatz von Laserstrahlen gibt es kaum Auflagen – Voraussetzung ist lediglich eine kurze Schulung des Personals.

Gefährliche Spaltprodukte bei Laserbehandlung

Durch die „Sprengung“ der Farbpigmente bei der Tattooentfernung werden die Moleküle in viele kleine Stücke zerbrochen. Sie verlieren dabei zwar ihre Farbe, bleiben aber als Bruchstücke im Körper. Dabei können auch Bruchstücke entstehen, die giftig oder krebserregend sind, was eine Untersuchung des BfR bestätigt. Bisher gab es lediglich Daten zur Art und Wirkung der Abbauprodukte von einigen Azofarbstoffen. Mit einer modernen Methode konnte das BfR nun aber auch die Spaltprodukte von Pigment-Blau (Phthalocyanin-Blau) bestimmen. Es ist derzeit offenbar das einzige organische blaue Pigment, das für Tätowierungen eingesetzt und überhaupt auf dem europäischen Markt erhältlich ist – trotzdem fehlten bislang Erkenntnisse zur Sicherheit als Tattoofarbe als auch zum Abbau (Zerfall). Bei der Laserbehandlung von Pigment-Blau fanden die Wissenschaftler des BfR krebserregende Spaltprodukte wie 1,2-Benzendicarbonitril, Benzol und Benzonitril sowie das starke Zellgift Blausäure. Bei großflächigen Tätowierungen können bei einer Laserbehandlung „Konzentrationen entstehen, die hoch genug wären, in der Haut Zellschäden zu verursachen“, so der BfR-Präsident . Durch die zerstörten Zellen und Farbpigmente wird zudem das Immunsystem aktiv. Bei vorhandenen Allergien gegen Tätowiermittel kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Einige Ärzte lehnen eine Laserbehandlung bei bekannter Allergie deshalb sogar ab.

Worauf kann ich achten?

Die Verbraucherzentrale rät dringend dazu, sich vor einer Tattoo-Entfernung ausführlich von darauf spezialisierten Medizinern, beispielsweise Fachärzte für Dermatologie oder Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie, beraten zu lassen und die Risiken einer solchen Behandlung nicht zu unterschätzen. Denn je nach Größe, Farbe, Körperstelle und Hauttyp kann die Entfernung mehr oder weniger aufwendig sein und unerwünschte Nebenwirkungen haben. Wer sich dennoch für eine Entfernung entscheidet, sollte sichergehen, dass von sehr erfahrenen Ärzten ein medizinisch anerkanntes Verfahren fachkundig angewandt wird.


Weitere Infos zu Tattoos findest du im Artikel Körperschmuck Tattoos – Worauf man achten sollte