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Energy Drinks – vermeintlicher Muntermacher mit Gesundheitsrisiko

Energy Drinks zählen zu den Erfrischungsgetränken. Laut den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke heißt das zunächst: sie enthalten Wasser und geschmacksgebende Zutaten. Was aber tatsächlich noch dazu kommt, zeigt ein Blick auf die Zutatenliste: neben Zucker und/oder Süßstoffen, findet man Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Aromen, Vitamin- und Mineralstoffmischungen, Farbstoffe, Konservierungsmittel und und und. Manch ein Energy Drink schafft es damit auf satte 36 Zutaten.
Schnelle Energie liefern vor allem hohe Zuckermengen, meist zwischen 8 und 15g pro 100ml. Bei einer 500ml Dose entspricht das bis zu 75g (das sind 25 Zuckerwürfel). Durch Koffein, Taurin und Glucuronolacton bzw. die Kombination daraus sollen die Drinks anregend, leistungssteigernd und wachmachend wirken. Allerdings ist diese Wirkung für Taurin und Glucuronolacton wissenschaftlich überhaupt nicht nachgewiesen. Die extreme Süße der Getränke überdeckt den bitteren Geschmack der hohen Koffeinmengen. Er wird daher kaum wahrgenommen. Spürt man nach einer Dose nicht die gewünschte Wirkung, ist schnell eine zweite geöffnet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt jedoch vor einem übermäßigen und schnellen Konsum von Energydrinks. Denn: Jugendliche sollten nach den Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) pro Tag nicht mehr als 3mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Wird diese Menge überschritten, besteht das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Rhythmus-Störungen. Das kann vor allem dann gefährlich werden, wenn die Energy Drinks mit Alkohol gemischt werden. Während Alkohol müde macht, putscht Koffein auf und verdeckt damit körperliche Signale der Müdigkeit. So werden Symptome einer Alkoholvergiftung möglicherweise zu spät bemerkt.
Auch in Verbindung mit hoher körperlicher Anstrengung, beispielsweise beim Sport oder bei Schlafmangel ist Vorsicht geboten. Durch die aufputschende Wirkung kann man sich leicht selbst überschätzen. Vor allem, wer bei langen und anstrengenden Autofahrten zum flüssigen Energiekick greift, gefährdet sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Wer müde und schlapp ist, sollte also lieber eine Erholungspause einlegen, statt sein Leistungstief mit Energy Drinks zu überdecken.

In handelsüblichen Energydrinks stecken meist 32mg Koffein pro 100ml. Dies entspricht der zugelassenen Höchstmenge für Energydrinks.

In einer 250ml Dose sind das 80mg Koffein
  • In einer 500ml Dose sind das 160mg Koffein
    Für Jugendliche gilt als Orientierungswert eine maximale tägliche Aufnahme von 3mg/kg Körpergewicht.
  • Ein Jugendlicher mit einem durchschnittlichen Normalgewicht von 54kg sollte folglich maximal 162mg Koffein pro Tag zu sich nehmen.
  • Mit zwei 250ml Dosen oder einer 500ml Dose ist dieser Wert allerdings bereits erreicht.
    Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält 60-100mg Koffein, eine Dose CocaCola 25mg, 250ml fritz Cola stolze 62,5mg.

Welche Vorgaben gibt es für die Kennzeichnung von Energy Drinks?

Seit Dezember 2014 ist in der Lebensmittelinformationsverordnung festgelegt, dass bei einem Koffeingehalt ab 15mg pro 100ml folgenden Hinweis erfolgen muss: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.“ Die enthaltene Koffeinmenge muss zudem in mg pro 100ml angegeben werden. Der Höchstgehalt von 32mg pro 100ml darf dabei nicht überschritten werden. Die Verbraucherzentralen fordern zusätzlich einen Hinweis auf das Risiko bei gleichzeitigem Alkoholkonsum und hoher körperlicher Aktivität und Anstrengung.