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Gemüsechips – besser als Kartoffelchips?JeniFoto / Shutterstock.com

Gemüsechips – besser als Kartoffelchips?

Der Snackliebling Kartoffel bekommt Konkurrenz: Gemüsechips aus Karotten, Pastinaken, Süßkartoffeln, Rote Bete und Kohl erobern die Regale. Die Verpackungen verheißen oft besondere Natürlichkeit und jeder weiß: Gemüse ist gesund – aber gilt das auch für Chips? Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat sich einige der bunten Tüten mal genauer angesehen.

Zutaten

Für die meisten Produkte wird außer verschiedenen Gemüsesorten nur noch Sonnenblumenöl zum Backen oder Frittieren sowie Salz oder Gewürze für den Geschmack verwendet. Im Gegensatz zu Kartoffelchips findet man nur vereinzelt zugesetzten Zucker, Zusatzstoffe oder Aromen. Ein eindeutiger Pluspunkt für die Gemüsechips.

Herstellung

Wie bei den Kartoffelchips wird das Gemüse nach dem Waschen geschnitten oder gehobelt, gesalzen und in Öl frittiert oder gebacken. Teilweise gibt es auch getrocknete Produkte, vor allem aus Kohl oder Wirsing, die ganz ohne Öl auskommen. In speziellen Öfen mit Vakuum wird weniger Fett für die Zubereitung benötigt. Die meisten Gemüsechips enthalten aber am Ende etwa genau so viel Fett wie Kartoffelchips: Unentschieden.

Sonstige Nährstoffe

Gemüsechips enthalten mehr Ballaststoffe als Kartoffelchips. Zusätzlich punkten sie mit verschiedenen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Allerdings gehen auch hier beim Erhitzen Teile davon verloren. Doch Gemüsechips haben von Natur aus einen hohen Zuckergehalt und liefern damit auch etwa gleich viel Kalorien wie Kartoffelchips. Meist sind Kartoffelchips etwas stärker gesalzen, doch auch Gemüsechips enthalten ziemlich viel Salz. Insgesamt haben die Gemüsechips bei den Nährstoffen leicht die Nase vorn. Der Kaloriengehalt hängt von den verwendeten Gemüsesorten und dem Produktionsprozess ab. Hier hilft ein Blick auf die Nährwertkennzeichnung um Produkte mit weniger Fett, Zucker und Salz zu finden.

Geschmack

Würzig und knusprig müssen Chips sein. Da lässt sich die Kartoffel nicht so leicht vom Thron stoßen. Besonders Kohl und Rote Bete sind für viele Chipsliebhaber sicher gewöhnungsbedürftig. Aber die Auswahl ist groß und Geschmäcker sind verschieden. In Sachen Knusprigkeit hat die Kartoffel einen leichten Vorsprung.

Preis

Gemüsechips sind in der Regel doppelt bis dreimal so teuer wie Kartoffelchips: 100 g kosten zwischen 2 und 3 Euro. Die gleiche Menge Kartoffelchips gibt es auch schon unter 1 Euro bis 1,50 Euro. Klarer Punkt für die Kartoffelvariante.
Bei Chips ist die Zusammensetzung der Produkte jeweils ähnlich. Da lohnt sich auf jeden Fall ein Preisvergleich. Wichtig: Immer den Grundpreis vergleichen, also wieviel 100 g kosten.

Fazit

Auch für Gemüsechips gilt: Genuss ja, aber in Maßen. Welche Chipsvariante den meisten Genuss bietet, entscheidet am Ende auch der persönliche Geschmack. Und egal ob Gemüse oder Kartoffeln: Zutaten, Nährwerte und Preise vergleichen lohnt sich. Wer auf der Suche nach einer wirklich gesünderen und auch günstigeren Alternative ist, kann Gemüse wie Karotte, Gurke, Paprika oder Tomate einfach roh genießen, zum Beispiel als snackgerechte Sticks und wer will, mit leckerem Kräuterdip. Oder die Chips einfach selbst herstellen, dann kann jeder selbst entscheiden, wie viel Fett und Salz an die Chips kommt.