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Leitungswasser – bedenkenlos trinkbar?hayati_kayhan/Shutterstock.com

Leitungswasser – bedenkenlos trinkbar?

Trotz Schlepperei und Pfandflaschen abgeben, kaufen die meisten Menschen abgefülltes Wasser in Flaschen. Ob man nun auf sprudelndes Wasser verzichten möchte, ist Geschmackssache. Doch ist „stilles“ Wasser aus dem Wasserhahn wirklich eine Alternative, wenn man an Schadstoffe oder sonstige unerwünschte „Stoffe“ denkt? Im Kostenvergleich kann es jedenfalls punkten: für den Preis von einer Kiste Mineralwasser können ca. 1000 Liter Leitungswasser getrunken werden.

Wie wird Leitungswasser kontrolliert?

Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen, Leitungswasser zu trinken. Trinkwasser ist in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel mit strengen Anforderungen an den Schadstoffgehalt und die Keimbelastung.

Falls du es genau wissen willst: Beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen bekommst du Informationen über die Zusammensetzung von Trinkwasser. Auf der Webseite findest du vielleicht schon direkt die Analysedaten. Wenn nicht, kannst du sie dir zuschicken lassen.

Schadstoffe im Trinkwasser

Der Schadstoffgehalt im Trinkwasser kann sich erhöhen, wenn es im Haus durch Wasserleitungen aus Kupfer oder Blei fließt. Kupferleitungen können in den ersten Jahren nach der Installation problematisch sein. Hier können geringe Mengen Kupfer in das Leitungswasser übergehen. Bleirohre werden heute nicht mehr eingesetzt, man findet sie aber noch vereinzelt in Häusern in Nord- und Ostdeutschland. In Baden-Württemberg dagegen dürfen Bleirohre bereits seit 1878 nicht mehr verlegt werden. Im Zweifelsfall sollte das Wasser untersucht werden. Bei einer Mietwohnung ist übrigens der Eigentümer/Vermieter dafür zuständig.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, kann umso mehr aus den Leitungen in das Wasser übergehen, je länger es in der Leitung steht. Es kann innerhalb weniger Stunden Inhaltsstoffe des Materials der Leitungsrohre aufnehmen oder nach etwas längerer Zeit auch verkeimen. Deshalb ein kleiner Tipp: Verwende Wasser, das mehr als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, nicht zum direkten Trinken, Teekochen oder zur Zubereitung von Speisen. Lass den Wasserhahn also kurz laufen. Das nachfließende, frische Wasser erkennst du daran, dass es kühler aus der Leitung kommt.

Und wie steht’s um die Gesundheit?

Leitungswasser ist nicht unbedingt mineralstoffreich. Kalkreiches Wasser ist aber eine gute Calciumquelle. Andere Mineralstoffe im Leitungswasser erkennt man ohne Analyse nicht so leicht. Beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen bekommst du, häufig schon über dessen Homepage, Informationen über die Zusammensetzung von Trinkwasser. Im Gegensatz dazu kannst du den Gehalt an Mineralstoffen bei gekauftem Mineralwasser auf dem Etikett ablesen. Grundsätzlich nimmst du Mineralstoffe in ausreichender Menge durch Obst, Gemüse und Milch (-produkte) auf. Wenn du dich ausgewogen ernährst, brauchst du kein Mineralwasser, um deinen Bedarf an Mineralstoffen zu decken. Leitungswasser ist dann eine gute – und vor allem preiswerte – Alternative.