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Light-Produkte - nicht immer eine Leichtigkeitrobert_biedermann/Shutterstock.com

Light-Produkte - nicht immer eine Leichtigkeit

Wurst, Joghurt, Limonade oder Chips: Zu nahezu jeder Produktgruppe gibt es inzwischen die eine oder andere „Light-” bzw. „leichte“ Variante. Ein Produkt darf sich „light” nennen, wenn die Leichtversion mindestens 30 % weniger Zucker, Alkohol, Fett oder Kalorien als das herkömmliche Produkt enthält. Die Betonung liegt dabei auf „oder“!

Wird an einem Nährstoff, z.B. Fett, gespart, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Lebensmittel besonders kalorienarm oder gar gesünder ist.

Des einen Freud, des anderen Leid

Schaut man beim fettarmen Light-Joghurt mal genauer hin, findet man häufig beträchtliche Zuckermengen. Ein weiteres Beispiel sind Kartoffelchips: eine Sorte Light-Chips enthält zwar 45 % weniger Fett als die klassische Variante, allerdings nur 12 % weniger Kalorien.
Um Produkte „leicht“ zu machen, wird häufig Zucker durch Süßstoffe, Fett durch Wasser ersetzt oder Produkte werden mit Luft aufgeschäumt. Außerdem sind Light-Produkte in der Regel hoch verarbeitet und enthalten mehr Zusatzstoffe als die herkömmlichen Varianten. Denn wo Fett und Zucker herausgenommen werden, müssen technische Hilfsmittel hinein. Schließlich soll der Genuss nicht auf der Strecke bleiben.

Wirklich leichte Alternativen

Augen auf am Supermarktregal! Wenn du bewusst auf kalorienarme Lebensmittel zurückgreifen möchtest, vergleichst du am besten den Energiegehalt pro 100 g von verschiedenen Produkten. Du findest ihn bereits auf vielen Produkten in der Nährwerttabelle. Spätestens ab dem 13.12.2016 ist die Angabe dann für alle verpackten Lebensmittel Pflicht. Der Vergleich dauert vielleicht etwas länger, ist aber sinnvoller, als gutgläubig zum Light-Produkt zu greifen. Und wenn der Appetit auf Chips oder Salami kommt, spricht auch nichts dagegen, sich die herkömmliche Variante in Maßen schmecken zu lassen.

Auch mal selber schnibbeln: Einen Naturjoghurt mit frischem Obst oder Marmelade zu mischen, ist kein Hexenwerk. Fertiger, fettarmer Fruchtjoghurt schmeckt lang nicht so frisch und enthält meist eine Extraportion zugesetzten Zucker und Aromastoffe. Frisches Obst und Gemüse haben einen weiteren Vorteil: Sie sind nicht nur von Natur aus kalorienarm, sie enthalten auch mehr Mineralstoffe und Vitamine als industriell verarbeitete Light-Produkte.