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Wissenswertes über Süßmacher

Zucker, Süßungsmittel, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe, süßende Zutaten, Zuckerarten – kaum ein Mensch blickt noch durch bei der Masse an Bezeichnungen für Süßmacher in verarbeiteten Lebensmitteln.

Hier findest du einen Überblick über alles, was süß macht:

SüßmacherBeispiele
„Zucker“ Ein- und ZweifachzuckerSaccharose, Glucose, Fructose, Maltose, Lactose
„flüssige“ ZuckerartenGlucosesirup, Fructosesirup
SüßstoffeSaccharin, Cyclamat, Aspartam, Acesulfam-K, Thaumatin, Neohesperidin, Sucralose, Acesulfam-Aspartamsalz, Neotam, Steviolglycoside
Zuckeraustauschstoffe/ZuckeralkoholeIsomalt, Maltit, Sorbit, Xylit, Erythrit, Mannit, Lactit
weitere süßende ZutatenHonig, Ahornsirup, Fruchtsüße, Molkenpulver, Malzextrakt, Oligofructose, Maltodextrin

Wie erkennt man die verschiedenen Süßmacher?

  • Lebensmittel, die Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe enthalten, müssen in ihrer Bezeichnung den Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“ tragen (z.B. Milchschokolade mit Süßungsmitteln). Ist zudem Zucker zugesetzt, muss der Hinweis „mit Zucker(n) und Süßungsmittel(n)“ lauten.
  • In der Zutatenliste gelten Einfach- und Zweifachzucker als Zutat und werden als „Zucker“ aufgeführt.
  • Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe/ Zuckeralkohole sind Zusatzstoffe und gehören zu der Klasse „Süßungsmittel“. Sie werden in der Zutatenliste mit ihrem Klassennamen und ihrer E-Nummer oder ihrem Stoffname aufgeführt, z.B. „Süßungsmittel E950“ oder „Süßungsmittel Acesulfam“.
  • Spätestens ab 13.12.2016 werden Zucker und Zuckeralkohole (mehrwertige Alkohole) auch in der Nährwerttabelle aufgeführt.

Einfach- und Zweifachzucker und flüssige Zuckerarten haben eine unterschiedliche starke Süßkraft, sie liefern ca. 4kcal/g und verursachen Karies.
Süßstoffe sind Zusatzstoffe und gehören zu den Süßungsmitteln. Sie haben eine bis zu 13.000-mal stärkere Süßkraft als Zucker. Sie werden chemisch hergestellt, sind kalorienfrei und verursachen keine Karies
Zuckeraustauschstoffe sind Zusatzstoffe und gehören zu den Süßungsmitteln. Sie liefern 2,4kcal/g und verursachen keine oder kaum Karies
Süßende Zutaten enthalten unterschiedliche Anteile an Zucker. Sie werden oft nicht als süßende Zutaten wahr genommen

Gibt's da nicht ne App? Doch, die gibt es. Mit der kostenlosen Süßmacher-App der Verbraucherzentralen bekommst du Antworten auf Fragen zur Vielfalt, Süßkraft und zu den unterschiedlichen Bezeichnungen für Süßmacher.

Sind Süßstoffe unbedenklich?

Nach aktuellem Forschungsstand gelten alle 10 in der EU zugelassenen Süßstoffe als unbedenklich, wenn der sogenannte ADI-Wert („acceptable daily intake“ oder auch „täglich duldbare Menge“), nicht überschritten wird. Der Wert gibt die Menge an, die selbst dann zu keinen gesundheitlichen Schäden führt, wenn man sie täglich und ein Leben lang zu sich nimmt. Vor allem Kinder können diese Werte aufgrund ihres geringeren Körpergewichts, z.B. durch große Mengen an alkoholfreien Erfrischungsgetränken wie Limo oder Cola, Süßwaren oder anderen Produkten mit Süßstoffen, schnell erreichen oder gar überschreiten.
Außerdem gewöhnt man sich sehr schnell an den sehr süßen Geschmack.

Steviolglycosid- „natürliche“ Süße?

Stevia rebaudiana, auch Süßkraut genannt, ist eine südamerikanische Staudenpflanze. Als Süßungsmittel verwendet wird nicht die gesamte Pflanze, sondern die aus den Blättern gewonnenen Steviolglykoside. Sie tragen die E-Nummer E960 und sind 200-400mal süßer als Haushaltszucker.
Oft wird Stevia als „pflanzliches Süßungsmittel“ bezeichnet. Doch ein Naturprodukt ist das Steviolglykosid genauso wenig wie andere Süßstoffe. Steviolglykoside werden aus der Steviapflanze mit aufwendigen physikalischen und chemischen Verfahren unter hohem Wasser- und Energieverbrauch hergestellt. Ein Extrakt aus den Stevia-Blättern wird dazu entfärbt, entsalzt und mehrfach kristallisiert, bis ein Süßstoff mit einer Reinheit von 95% vorliegt.


Weitere Infos findest Du im Artikel Achtung Zuckerfalle und im Artikel Zusatzstoffe-Was verbirgt sich hinter den E-Nummern?