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Zusatzstoffe - Was verbirgt sich hinter den E-Nummern?vorobyeva/Shutterstock.com

Zusatzstoffe - Was verbirgt sich hinter den E-Nummern?

Zusatzstoffe verändern die Eigenschaften von Lebensmitteln: Sie machen sie länger haltbar, färben sie, sorgen für eine einheitliche Konsistenz oder verstärken den Geschmack. Kurzum: Sie werden absichtlich zugesetzt und nutzen häufig vor allem dem Hersteller, seine Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Derzeit sind ca. 320 Zusatzstoffe für konventionelle Lebensmitteln und ca. 50 Zusatzstoffe für Bio-Produkte zugelassen. Eingeteilt werden sie nach ihrer Funktion:

  • Farbstoffe: E100 – E180
  • Konservierungsstoffe: E200 – E297
  • Antioxidationsmittel: E300 – E385
  • Verdickungsmittel und Emulgatoren: E400 – E495
  • Säuerungsmittel: E500 – E586
  • Geschmacksverstärker: E620 – E650
  • Süßstoffe & Co: E900 – E1520

In den Zutatenlisten werden die Zusatzstoffe mit ihrem Klassennamen und dem Zusatzstoffnamen bzw. der E-Nummer angegeben, z.B. „Konservierungsmittel Benzoesäure“ oder auch „Konservierungsmittel E210“. Das „E“ in der so genannten E-Nummer steht für „EG/EU“ bzw. „edible“ = essbar, denn Zusatzstoffe müssen von der Europäischen Union zugelassen sein.

Zwischen den Zeilen lesen: Lücken und Tücken im Gesetz

Zusatzstoffe dürfen den Verbraucher nicht täuschen. So ist z.B. eine Gelbfärbung von Nudeln durch Farbstoffe verboten, da sie einen höheren Ei-Gehalt vortäuschen würde. Hier ein paar Dinge, die du über Zusatzstoffe wissen solltest:

  • Kennzeichnungspflicht entfällt, wenn die Zusatzstoffe keine technologische Wirkung mehr im Endprodukt haben. Wurden z.B. rohe Kartoffeln nach dem Schälen mit einem Mittel gegen das Braunwerden behandelt, darf der Hersteller das später auf der Verpackung von Kartoffelpüree-Pulver verschweigen.
  • Keine Kennzeichnungspflicht besteht auf sehr kleinen Verpackungen (unter 10 cm²) wie z.B. Ostereiern oder Zuckerfiguren.
  • Eingeschränkte Kennzeichnung findet man auf loser Ware wie Brötchen, Wurst oder im Restaurant, Café und der Imbissbude. Hier genügt eine Art Gruppenbezeichnung, die so genannte Kenntlichmachung wie „mit Farbstoff“, „mit Geschmacksverstärker“ oder „geschwefelt“.

Sind Zusatzstoffe schädlich?

Damit Zusatzstoffe für Lebensmittel eingesetzt werden dürfen, müssen sie zugelassen werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Zusatzstoff technologisch notwendig und gesundheitlich unbedenklich ist. Für viele Zusatzstoffe gibt der so genannte ADI-Wert (acceptable daily intake) die Menge an, die selbst dann zu keinen gesundheitlichen Schäden führt, wenn man sie täglich und ein Leben lang zu sich nimmt. Dieser Wert ist die Grundlage bei der Festlegung der Höchstmengen. Hier gehen die Experten von einer durchschnittlichen Ernährung aus. Wer sich nicht „normal“ ernährt, z.B. große Mengen an Limonade mit Süßstoffen trinkt, kann die ADI-Werte schon mal überschreiten. Einige Zusatzstoffe können in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen oder Pseudoallergien führen.

Wie kann ich Zusatzstoffe vermeiden?

  • Frisch kochen statt Fertigprodukte kaufen, denn stark verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig Zusatzstoffe, damit sie lange haltbar bleiben und nicht an Form, Farbe und Geschmack verlieren.
  • Wenig verarbeitete Produkte vorziehen, z.B. Naturjoghurt und Fruchtsaft anstelle von Fruchtjoghurt und Limonade und lieber selber mischen.
  • Genau auf die Zutatenliste schauen und Produkte untereinander vergleichen.
  • In Geschäften und Restaurants auch mal nachfragen, wenn die bereit gestellten Informationen nicht ausreichend sind.

Weitere Infos findest du im Artikel zum Thema Sägespäne im Erdbeerjoghurt