
Was sind E-Nummern?
Hinter E-Nummern verbergen sich Zusatzstoffe. Sie verändern Eigenschaften von Lebensmitteln – machen sie länger haltbar, färben sie, sorgen für eine einheitliche Konsistenz, zum Beispiel cremig oder dickflüssig, oder verstärken den Geschmack.
Alle Zusatzstoffe müssen von der Europäischen Union zugelassen sein – das „E“ steht für Europa. Im Moment sind 316 Zusatzstoffe zugelassen, Tendenz steigend. Jeder bekommt eine europaweit einheitliche E-Nummer, welche die Zusatzstoffklasse anzeigt:
- Farbstoffe: E100 - E180
- Konservierungsstoffe: E200 - E297
- Antioxidationsmittel: E300 - E385
- Verdickungsmittel und Emulgatoren: E400 - E495
- Säuerungsmittel: E500 - E585
- Geschmacksverstärker: E620 - E650
- Süßstoffe: E950 - E967
Schau dir eine Lebensmittelverpackung mal genau an. Zusatzstoffe müssen nämlich in der Zutatenliste aufgeführt werden. Dabei muss der so genannte Klassenname und die Substanzbezeichnung bzw. die E-Nummer angegeben werden. Dort kann also zum Beispiel stehen „Konservierungsmittel E 210“ oder „Konservierungsmittel Benzoesäure“.
Zusatzstoffe dürfen den Verbraucher nicht täuschen
Farbstoffe lassen Lebensmittel besser aussehen. Sie dürfen dich als Verbraucher aber nicht irreführen. Eine Gelbfärbung von Nudeln ist daher beispielsweise verboten, da sie einen höheren Eigehalt vortäuschen würde.
Wie schädlich sind Zusatzstoffe?
Damit Substanzen in diese Zusatzstoffliste aufgenommen werden, müssen sie gesundheitlich unbedenklich sein. Für Zusatzstoffe wird in der Regel ein so genannter ADI-Wert (acceptable daily intake) festgelegt. Er gibt die Menge an, die selbst bei lebenslangem täglichem Verzehr zu keinen gesundheitlichen Schäden führt. Ausgehend von diesem Wert werden Höchstmengen für Lebensmittel abgeleitet, mit denen wir immer auf der sicheren Seite sein sollen.
Dennoch kann nicht jedes Risiko ausgeschlossen werden:
- Wie Zusatzstoffe mit Arzneimitteln oder Schadstoffen im Körper reagieren, ist kaum untersucht.
- In Einzelfällen können Zusatzstoffe schon in kleinsten Mengen zu Allergien oder anderen Krankheitserscheinungen führen.
- Bei der Festlegung der Höchstmengen gehen die Experten von einer durchschnittlichen Ernährung aus. Wer sich nicht „normal“ ernährt, zum Beispiel große Mengen Limonade mit Süßstoffen trinkt, kann die ADI-Werte überschreiten.
- Umstritten ist, ob die ADI-Werte auch für „Risikogruppen“ wie Kinder, Schwangere oder Kranke geeignet sind.
Deshalb gilt:
Je weniger Zusatzstoffe du isst, umso besser. Ein frischer, knackiger Apfel ist allemal besser als ein zuckersüßer Fruchtriegel mit Verdickungsmitteln und Aromen.
Dass Zusatzstoffe oft unnötig sind, zeigt der Ökolandbau. Hier sind nur 43 Zusatzstoffe zugelassen. Es werden weder Farbstoffe noch Geschmacksverstärker oder künstliche Aromastoffe verwendet und bis auf zwei Ausnahmen auch keine Konservierungsstoffe.
Weitere Geheimnisse der Lebensmittelkennzeichnung lüftet der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Was bedeuten die E- Nummern“ (4,90 € plus 2,00 € Versandkosten).
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

