Kleines Lexikon der Wirksubstanzen
ACE
Getränke mit einem Zusatz der Vitamine A, C und E findest du überall. Dabei nehmen wir diese Vitamine ausreichend mit der Nahrung auf. Ob uns ein Mehr davon vor Krankheiten schützt, ist nicht erwiesen.
In vielen ACE-Getränken ist die Vorstufe von Vitamin A, das Beta-Carotin, enthalten. Ein Zuviel davon kann – zumindest für Raucher und für Herzkranke – sogar schädlich sein. Einen Warnhinweis findest du aber auf keiner Verpackung.
Aloe vera („Wüstenlilie“)
Aloe soll fast alles können. Von A wie Akne, Aids und Asthma bis Z wie Zellulite soll es wirken. Das wird behauptet - bewiesen wird es aber nicht. Es sind allerdings bereits Nebenwirkungen wie Magen-Darmbeschwerden oder allergische Reaktionen beobachtet worden. Wenn es dich genauer interessiert, sieh dir unseren Artikel zu Aloe vera an.
Aronia
Aronia wird auch Apfelbeere genannt. Ihr Saft wird vielen Lebensmitteln zugesetzt, um sie zu färben. Die dunkelrote bis schwarze Färbung ist auch bei hundertfacher Verdünnung noch deutlich erkennbar! Die in Getränken eingesetzten geringen Mengen müssen also als färbender Pflanzenextrakt angesehen werden. Ob sie irgendeinen gesundheitlichen Zusatznutzen haben, ist mehr als fraglich.
L-Carnitin
spielt eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel. In der Werbung wird dir Carnithin aber als „Leistungsförderer“ oder „Fettverbrenner“ angepriesen. Diese Wirkungen sind wissenschaftlich nicht erwiesen. Außerdem wird Carnithin vom Körper selbst ausreichend produziert. Eine zusätzliche Aufnahme ist daher sinnlos.
Carthamus
ist der rote Farbstoff aus der Färberdistel. In der Naturheilkunde ist Cathamus als blutdrucksenkendes und herzschützendes Mittel bekannt. Ob die in Getränken zugesetzten Mengen besondere gesundheitsfördernde Wirkungen haben, ist aber nicht bekannt.
Ginseng
ist die Wurzel einer Staudenpflanze. In der ostasiatischen Volksmedizin
werden ihr zahlreiche anregende Wirkungen zugeschrieben.
Wissenschaftlich nachgewiesen sind sie allerdings nicht. Es können aber Nebenwirkungen wie Durchfall, Hautreaktionen oder Bluthochdruck sind auftreten.
Guarana und Mate
nichts Besonderes drin außer Koffein.
Glucuronolacton und Inosit
zählen zur Gruppe der Kohlenhydrate. Der Körper kann sie selbst in ausreichender Menge herstellen. Günstige Wirkungen durch eine Extraportion sind nicht belegt.
Hanf-Extrakt
hört sich spannend an. Es handelt sich aber um den Extrakt von Hanfsamen einer neuen Sorte, die keinerlei Alkaloide enthält und deshalb keine „berauschende“ Wirkung hat. Produkte aus dieser Hanfsorte sind als Lebensmittel zugelassen.
Johanniskraut
ist eine bekannte Heilpflanze. Sie soll bei Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche, Stimmungsschwankungen helfen. Tatsächlich wird Johanniskraut in der Naturheilkunde als Arzneimittel bei Nervenproblemen wie zum Beispiel leichten Depressionen eingesetzt. Die in Getränken eingesetzten Mengen haben wahrscheinlich überhaupt keine Wirkung.
Übrigens: Die Haut ist nach Einnahme von Johanniskraut besonders lichtempfindlich (photosensibel). Das kann Hautschäden führen.
Koffein
kommt in Kakaobohnen, Mateblättern, Kaffeebohnen, Colanüssen, Teeblättern und Guaranasamen vor.
Mit einer Tasse Kaffee enthält du etwa 60-120 mg Koffein, bestimmte
Erfrischungsgetränke können bis zu 80 mg Koffein pro Dose (= 250 ml) enthalten. Das kann sich schon unangenehm bemerkbar machen. Schon bei geringen Mengen kann es zu Schlaflosigkeit und innere Unruhe kommen, ab etwa 200 mg zu Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Muskelzittern.
Wenn du ein Gramm Koffein in kurzer Zeit trinkst, musst du sogar mit Vergiftungserscheinungen rechnen.
Getränke mit einem Koffeingehalt von über 150 mg pro Liter müssen deshalb einen Warnhinweis „hoher Koffeingehalt“ tragen.
Noni
ist der Saft der Noni-Frucht. Sie stammt aus dem asiatischen Raum. Da sie bei uns unbekannt war, gilt sie in der Europäischen Union als zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Noni wird oft als Wunder-Heilmittel bezeichnet. Aber es ist leider nichts dran. Noni ist ein ganz normales Lebensmittel, nur eben von der anderen Seite des Erdballs.
Schizandra
ist eine asiatische Kletterpflanze und dient in der chinesischen Medizin zum Beispiel zum Schutz der Leber. In Getränken ist so wenig enthalten, dass eine Wirkung sehr unwahrscheinlich ist.
Taurin
Taurin soll dir zu mehr körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit verhelfen. Schön wär’s. Taurin entsteht im Körper beim Eiweißabbau. Es wird in ausreichender Menge gebildet. Außerdem ist Taurin in Lebensmitteln, vor allem in Fisch und Fleisch enthalten.
Ein Taurinzusatz bringt dir deshalb nichts.
Diese Informationen über Wirksubstanzen stammen aus dem Faltblatt „Trendgetränke“. Du bekommst das Faltblatt gegen einen frankierten Rückumschlag (0,45 €) bei der
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Paulinenstraße 47
70178 Stuttgart
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

