Lästige Pickel
Ärgere dich nicht, wenn in deinem Gesicht öfter mal Pickel und Mitesser sprießen. Du stehst damit nicht alleine da. Die meisten Jugendlichen müssen gegen Hautunreinheiten kämpfen. Schuld daran ist in erster Linie die Hormonumstellung in der Pubertät.


Warum auf einmal Pickel entstehen
Durch die Hormonveränderungen produziert deine Haut übermäßig viel Talg und die Öffnungen der Talgdrüsen verstopfen. Zunächst bilden sich sogenannte Mitesser. Sie können sich durch Bakterien, die immer auf der Haut vorhanden sind, zu eitrigen Pickeln entzünden. Wenn viele Eiterpickel entstehen, zum Beispiel auch an Brust und Rücken oder tief unter der Haut, spricht man von Akne. Das ist in deinem Alter die häufigste Hauterkrankung.
Im Zweifelsfall: zum Arzt
Wenn immer mehr Pickel sprießen und du dich nicht mehr wohl in deiner Haut fühlst, geh zum Arzt und lass dich beraten. Es gibt verschiedene Mittel gegen schwerere Akneformen, die aber nicht ohne medizinischen Rat verwendet werden sollten.
Besonders wichtig ist eine ärztliche Behandlung bei tiefer Akne, die dicke, entzündete Knoten unter der Haut bildet. Sie kann zu bleibenden Narben führen.
Chips und Schokolade verboten?
Wie alle Körperzellen brauchen auch deine Hautzellen viele Vitamine und andere Nährstoffe, um optimal funktionieren zu können. Nur dann kann die Haut frisch und schön aussehen. Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Milch und Milchprodukte sind gut für die Haut. Wenn du dich einseitig ernährst, zum Beispiel hauptsächlich von Süßigkeiten und Fastfood, kann es zu einem Nährstoffmangel kommen. Den sieht man deiner Haut dann wahrscheinlich auch an.
Schokolade, Kartoffelchips, scharfe und fettige Lebensmittel werden häufig für Pickel verantwortlich gemacht. Das stimmt so nicht. Denn einzelne Lebensmittel sind nicht entscheidend, sondern was du insgesamt isst. Mehr dazu unter „Bekommt man von Schokolade Pickel?“
Kampf gegen die Pickel
Die richtige Pflege ist wichtig, wenn du Hautprobleme hast. Hier ein paar wichtige Tipps für alle, die sich mit Pickeln herumschlagen müssen:
1. Das Wichtigste: Nicht Quetschen!
Auch wenn es schwer fällt: Lass die Finger von den Pickeln. Ausdrücken kann zu Entzündungen und sogar zu bleibenden Narben führen. Pickel und Mitesser sollten, wenn überhaupt, nur durch die Kosmetikerin entfernt werden.
2. Reinigung
Akne hat nichts mit mangelnder Körperhygiene zu tun. Ganz im Gegenteil: Personen mit Akne neigen dazu, ständig zu waschen und zu schrubben, und schaden der Haut damit mehr als dass sie ihr nutzen. Es reicht völlig aus, das Gesicht ein- bis zweimal pro Tag mit einem seifenfreien Waschstück oder einer seifenfreien Lotion, sogenannten Syndets, zu reinigen. Wenn du Make-up verwendest, solltest du dich abends waschen.
Falls du zwischendurch wieder „glänzt“, kannst du das überschüssige Fett mit einem Kosmetiktuch aufsaugen. Viele Firmen bieten spezielle Gesichtswässer an, die reichlich Alkohol enthalten. Mit solchen Produkten solltest du vorsichtig umgehen, da sie die Haut austrocknen und reizen können. Eine mildere Reinigung ist deshalb besser.
3. Hautcreme
Wenn du fettige Haut hast, brauchst du gar keine Creme. Du kannst aber auch eine Feuchtigkeitscreme verwenden. Nicht geeignet sind fett- und ölhaltige Cremes. Sie können die Poren verstopfen. Lass dich am besten beraten.
4. Aknemittel
Aknemittel enthalten oft antibakterielle Wirkstoffe und bekämpfen dadurch die Entzündung in den Pickeln. Häufig wird Benzoylperoxid verwendet. Es wirkt auch als chemisches Schälmittel, bekämpft also eine Verhornung (Verstopfung) der Talgdrüsenausgänge. Zu Beginn der Behandlung kann es zu einer Hautreizung kommen. Sie geht im Laufe der Behandlung meist zurück.
Mechanische Schälmittel, „Rubbelcremes“, die zum Beispiel Aluminiumoxid enthalten, entfernen oberflächliche Hautschuppen, Schmutz und Talgreste. Sie können unterstützend zur Behandlung mit anderen Wirkstoffen sein, sollten jedoch nicht bei entzündeten Pickeln verwendet werden.
Als „Geheimtipp“ gegen Pickel wird häufig auch Teebaumöl genannt. Es wirkt antibakteriell und könnte bei entzündeten Pickeln tatsächlich helfen. Teebaumöl löst aber so häufig Überempfindlichkeitsreaktionen aus, dass es in kosmetischen Mitteln nur noch in einer Menge von einem Prozent zugesetzt werden soll. Daher raten wir davon ab, es unverdünnt auf Pickel aufzutragen.
Nicht zu viel ausprobieren
Ein bisschen Geduld musst du schon haben. Probier nicht gleich das ganze Produktsortiment der Drogerien aus. Das würde deine Haut überfordern.
Bleib lieber bei ein paar Pflegemitteln.
Mehr dazu unter: "Wundermittel aus dem Internet"
Mehr Infos im Faltblatt
Wenn du noch mehr wissen willst: Viele Infos über Pickel und Akne findest du in unserem Faltblatt "Pickel, Akne und Co".
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

