Flakes, Smacks und Weizenpops - das vitaminreiche Getreidefrühstück?
Was isst du gerne zum Frühstück – Cornflakes, Honigpops oder Smacks?
Weißt du auch, woraus sie bestehen?
Nach der Abbildung auf der Verpackung kannst du nicht gehen. Getreideähren, Früchte und Milch vermitteln den Eindruck: Das hier ist Natur pur – das supergesunde Getreidefrühstück.
Tatsächlich handelt es sich aber um stark verarbeitete Lebensmittel, die im Wesentlichen aus hellem Mehl und Zucker bestehen. Vom ursprünglichen vollen Getreidekorn ist nicht mehr viel übrig.
So entsteht ein Getreidering
- Getreidegrieß und/oder Mehl wird mit Gewürzen und eventuell anderen Zutaten gemischt.
- Dieser Teig wird bei Temperaturen bis 180°C unter Druck gegart. Dadurch verkleistert die Stärke und wird zäh und gummiartig.
- Die Masse wird durch ein Ventil gedrückt. Durch den plötzlichen und starken Druckabfall bläht sich das Produkt auf und erhält die typische, luftige Struktur.
- Es wird geschnitten, getrocknet und geröstet.
- Meist werden die Produkte vitaminisiert und zum Teil auch mit Mineralstoffen angereichert.
- Häufig erhalten sie einen Überzug aus Zucker und anderen Zutaten.
- Oft werden auch Aromen und Farbstoffe zugesetzt.
Sooo viele Vitamine!
Viele Hersteller werben mit Vitaminen. Sie werden zugesetzt, denn durch die starke Verarbeitung gehen Vitamine und Mineralstoffe verloren.
In Cornflakes steckt zum Beispiel nur noch ein Sechstel der ursprünglichen Vitamin-B1-Menge von Mais. Zum Vergleich: In Haferflocken bleiben immerhin 87 Prozent Vitamin B1 aus dem Hafer erhalten.
Durch einen Vitaminzusatz wirken Flakes und Pops schon viel gesünder. Aber der Schein trügt, denn viele andere wichtige Inhaltsstoffe aus dem Getreidekorn fehlen nach wie vor.
Lies hierzu auch: Sind Frühstücks-Flocken, auf denen der Vitamingehalt angegeben wird, besser als andere?
Nie wieder Flakes?!
So schlimm ist es natürlich auch wieder nicht. Innerhalb der Frühstücks-Cerealien gibt es große Unterschiede. Wenn du Flakes und gepuffte Getreideprodukte gerne isst raten wir dir:
- Nimm ein Produkt mit möglichst wenig Zutaten: Farbstoffe und andere Zusatzstoffe, Aromen, aber auch so was wie Mini-Kekse müssen wirklich nicht rein.
- Vollkornprodukte sind natürlich besser als Cerealien aus hellem Mehl. Probier sie mal aus. Es gibt inzwischen viele verschiedene Produkte mit Vollkorn-Flakes.
- Manche Frühstücks- Cerealien bestehen zu über 40% aus Zucker – das ist fast die Hälfte! Sieh mal ins Kleingedruckte. Einige Anbieter geben den Zuckergehalt an. Wenig Zucker ist zum Beispiel in einfachen Cornflakes.
- Ein mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereichertes Produkt brauchst du nicht. Besser ist es, gepuffte Frühstücks-Cerealien und Flakes mit frischem Obst, Trockenfrüchten, Nüssen oder Getreideflocken aufzuwerten.
Aber es geht noch besser:
Müslis aus Flocken, (Trocken)früchten und Nüssen sind von Natur aus reich an Nährstoffen, Ballaststoffen und gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen.
Sie schmecken dir vielleicht sogar ohne Zucker.
Wenn du einige Zutaten einkaufst, kannst du dir schnell ein Frühstück daraus machen und immer wieder neue Müsli-Mischungen ausprobieren.

- Flocken: Außer Haferflocken, gibt es auch andere Getreideflocken, zum Beispiel aus Weizen, Gerste oder Dinkel.
- Trockenfrüchte: Sie machen das Müsli fruchtiger und süßer. Neben Rosinen gibt es getrocknete Aprikosen, Datteln, Feigen, Äpfel, Ananas und viele mehr.
- Nüsse und Samen: Auch hier kannst du gut variieren mit Haselnüssen, Mandeln, Walnüssen, Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Sesam, Leinsaat oder Kokosraspeln.
- Obst: Besonders frisch schmeckt das Müsli mit Obst. Äpfel und Bananen gibt es fast immer und sie lassen sich gut auf Vorrat kaufen. Im Sommer ist die Auswahl besonders verlockend: Verschiedene Beerenfrüchte, Pfirsiche oder Aprikosen lassen dein Frühstück immer wieder anders schmecken.
- Milchprodukte: Außer Milch kannst du auch Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch verwenden.
Lass es dir schmecken.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

