Färben, Tönen und Blondieren – wie das funktioniert
Experimentierst du gerne mal mit deiner Haarfarbe? Du kannst dich dafür an den Fachmann bzw. die Fachfrau wenden, dir die Haare also vom Friseur färben lassen. Weit billiger kommt es allerdings, wenn du dich aus dem riesigen Angebot in Drogerien bedienst und selber ans Werk gehst.
Welche Produkte in den Regalen zu finden sind und wie sie wirken
Wichtig ist der Unterschied zwischen „Tönungen“ und „Haarfarben“:
Bei Tönungen verbinden sich die Farbstoffe mit der Außenschicht der Haare und waschen sich nach und nach wieder heraus. Sie halten meist sechs bis acht Haarwäschen.
Haarfarben (auch Colorationen oder Oxidationshaarfarben) färben die Haare dauerhaft. Sie bestehen aus zwei farblosen Komponenten, die vor der Anwendung gemischt werden müssen: Farbbaustein und Oxidationsmittel. Das Haar wird zunächst aufgeweicht damit die Komponenten eindringen können. Sie reagieren im Haar dann nach und nach zur Farbe. Dabei wird das Haar vollständig durchgefärbt, die Farbe wäscht sich nicht aus. Am Haaransatz müssen die nachwachsenden Haare nach einiger Zeit neu eingefärbt werden.
Intensivtönungen sind schwache Haarfarben, denn sie enthalten Oxidationsfarben. Die Farbe bleibt dadurch bis zu 24 Haarwäschen erhalten.
Bei Blondierungen werden die natürlichen Farbpigmente im Haar zerstört. Entwicklercreme lässt das Haar aufquellen, wodurch das Bleichmittel, in erster Linie Wasserstoffperoxid, leichter eindringt und die Haare bleicht.
Strähnen kann man mit den verschiedenen Färbungsmitteln ausführen, dadurch ergibt sich natürlich eine unterschiedliche Haltbarkeit.
Bei Pflanzenhaarfarben werden statt chemisch-synthetischer Farbstoffe natürliche, aus Pflanzen gewonnene Farbpigmente verwendet.
Die Gerbsäure in den Pflanzenfarben bewirken, dass sich der Farbstoff sehr fest an das Haar anlagert und etwa gleich lange hält wie eine Intensivtönung, also bis zu etwa 24 Haarwäschen. Die Haare werden durch die Anlagerung fülliger und glänzen.
Nicht immer unbedenklich
Damit der Umsatz ordentlich brummt, geben die Hersteller 85 Millionen Euro im Jahr für Werbung aus. Besonders betont werden Farbbrillanz, Leuchtkraft, schonende Inhaltsstoffe und pflegende Wirkung. Lass dich durch solche Aussagen nicht täuschen: Tönen und Färben strapaziert das Haar und kann die empfindliche Kopfhaut schädigen. Einige der eingesetzten Farben sind auch gesundheitlich bedenklich.
Grundsätzlich solltest du dir die auf den Verpackungen aufgedruckten Hinweise genau anschauen, denn die Produktnamen alleine geben noch keinen Hinweis auf die Haltbarkeit der Tönung.
Chemisch-synthetische Haarfarben sind nicht ungefährlich:
- Sie strapazieren die Haare. Diese werden spröde, brechen ab, spalten sich, verlieren ihre Elastizität und ihren Glanz und lassen sich schlecht frisieren.
- Sie können die Kopfhaut angreifen ebenso die Haut der Hände.
- Sie können zu Allergien führen.
- Sie können über kleine Verletzungen der Kopfhaut in den Körper gelangen.
Wir empfehlen dir deshalb Pflanzenfarben. Sie sind unbedenklich. Allerdings lässt sich der Farbton oft nicht genau vorherbestimmen. Deshalb ist es am besten, zuerst nur eine Probesträhne zu färben.
Wenn du lieber chemisch-synthetische Haarfarben verwenden möchtest: Auswaschbare Produkte und Tönungen sind besser als Intensivtönungen oder Colorationen.
Denk daran, Hände und Kleidung zu schützen. Plastikhandschuhe sind meist enthalten. Wichtig ist außerdem, einen Verträglichkeitstest entsprechend der Gebrauchsanweisung zu machen.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

