Low Carb - Trend-Diäten aus den USA
Bestimmt hast du schon von der Atkins-Diät gehört, bei der du fast nur Fleisch, Wurst und Eier essen sollst – egal wie fett - und dabei angeblich nicht nur schlank, sondern auch gesund wirst! Hört sich unwahrscheinlich an.
Trotzdem gibt es seit einiger Zeit eine Reihe von Diäten, die sich aus der Atkins-Diät entwickelt haben. Dieser Trend aus den USA heißt „Low Carb“, übersetzt „wenig Kohlenhydrate“ (englisch: carbohydrates).
Das ist die Theorie
Nicht Fett, sondern Kohlenhydrate machen „fett“, behaupten die Vertreter der Low-Carb-Diäten. Sie sprechen von der „Fettlüge“, die uns seit Jahrzehnten aufgetischt würde. Demnach soll Fett weder dick noch krank machen. Ganz im Gegenteil: Wir dürften davon essen, so viel wir wollen. Der eigentliche Feind wären nämlich die Kohlenhydrate. Nicht nur als Kuchen, Zucker, Eis oder Cola, sondern auch in Form von Obst, Fruchtsäften und Brot sollen sie dick und krank zu machen. Diese Lebensmittel werden bei Low-Carb-Diäten deshalb fast komplett aus der Ernährung gestrichen.
Funktioniert Low-Carb?
Vielleicht würde dir der Appetit auf Fleisch pur schnell vergehen. Klar, dass du dann abnimmst. Probier es aber trotzdem nicht! Denn bei Low-Carb-Diäten fehlen wichtige Lebensmittelgruppen wie Obst, Getreide(-produkte) und bestimmte Gemüsesorten. Zum Teil werden Vitamintabletten empfohlen. Einzelne Vitamine bringen bei einer insgesamt einseitigen Ernährung aber auch nicht viel. (mehr unter Vitamine und Mineralstoffe – hast du genug davon).
Low-Carb-Diäten sind fettreich. Gerade Fette aus tierischen Lebensmitteln, wie Wurst, Fleisch oder Sahne, sind aber in größeren Mengen nicht gesund. Sie können den Cholesteringehalt im Blut erhöhen und Herz-Kreislauf-Krankheiten, wie zum Beispiel Herzinfarkt, fördern.
Besonders unsinnig:
Firmen reagieren schnell – es gibt bereits die ersten Low-Carb-Lebensmittel, zum Beispiel Süßwaren, Brote und Nudeln, also Lebensmittel, die normalerweise einen hohen Anteil an Kohlenhydraten haben. Durch Zuckeraustauschstoffe, Ballaststoffe oder Sojaeiweiß wird der Kohlenhydrat-Anteil verringert und die „Kunstprodukte“ teuer als Low-Carb verkauft.
Kohlenhydrate oder Fett: Was macht dick?
Fette Wurst und fetttriefende Pommes sind „Dickmacher“ – Cola und Süßigkeiten aber auch. Ein einzelner Nährstoff ist sicher nicht dafür verantwortlich, wenn du zunimmst, sondern deine Kalorienaufnahme insgesamt. Kalorienreiche Lebensmittel sind deshalb in jedem Fall ungünstig, egal ob sie hauptsächlich Fett oder Kohlenhydrate enthalten. Ob du tatsächlich davon dick wirst, hängt aber auch von der genetischen Veranlagung ab, also ob Übergewicht in deiner Familie verbreitet ist. Bewegung spielt auch eine super-wichtige Rolle.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

