Soja – vielseitige Nutzpflanze mit Schattenseiten
Soja findest du in vielen Lebensmitteln. Öl, Getränke, Tofu, fleischfreie „Würstchen“ und Pasteten und viele andere Produkte können aus Soja hergestellt werden. Grund dafür sind der hohe Eiweiß- und Fettgehalt, die viele verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten bieten. Besonders für vegetarische Lebensmittel und Gerichte wird Soja häufig verwendet.
Gentechnik in Soja
Kritikern der Gentechnik ist die Sojabohne jedoch ein Dorn im Auge. Sie gehörte zu den ersten gentechnisch veränderten Pflanzenarten. Inzwischen sind fast 60 Prozent der weltweiten Sojaernte gentechnisch verändert. Warum?
Sowohl in der Futtermittel- als auch in der Lebensmittelindustrie ist Soja ein wichtiger Rohstoff, der in großen Mengen verarbeitet wird. Als Öllieferantin ist Soja zum Beispiel die Nummer eins weltweit.
Mit Hilfe der Gentechnik wurden Sojabohnen so verändert, dass sie resistent gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel sind. Diese Mittel können nun gespritzt werden, ohne dass die Sojapflanzen dadurch ebenfalls geschädigt werden. Dadurch wird die Produktion einfacher und billiger.
Wenn du keine Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen essen willst, musst du auf die Zutatenliste achten, denn der Einsatz von Gentechnik muss gekennzeichnet werden. Du findest dort dann beispielsweise „Sojaöl, genetisch verändert“ oder „Emulgator Lecithin (aus genetisch verändertem Soja)“.
Allerdings: Unbeabsichtigte Verunreinigungen können bis zu 0,9 Prozent je Zutat immer enthalten sein, ohne dass du es erfährst. Außerdem können Fleisch, Eier und Milch von Tieren stammen, die gentechnisch verändertes Futter bekommen haben.
Öko-Lebensmittel werden ohne Gentechnik hergestellt – auch die Tiere werden gentechnikfrei gefüttert. Dies gilt auch für bestimmte Label wie das Qualitätszeichen Baden-Württemberg sowie Lebensmittel, die speziell als „gentechnikfrei“ gekennzeichnet werden.
Auch für Allergiker ein Problem
Über 20 000 verarbeitete Lebensmittel enthalten Sojabestandteile. Diese weite Verbreitung von Sojabestandteilen in Lebensmitteln ist problematisch für Menschen, die auf Soja-Eiweiß allergisch reagieren.
Bisher stand auf der Zutatenliste beispielsweise nur „pflanzliches Eiweiß“, „Emulgator Lecithin“oder „Emulgator E322“, ohne dass du erkennen konntest, dass die Zutat aus Soja gewonnen wurde. Das hat sich seit dem 25.11.2005 geändert. Bestimmte allergene Zutaten – und dazu gehört auch Soja – müssen nun gekennzeichnet werden. Dann heißt es „pflanzliches Eiweiß (Soja)“ oder „Emulgator Lecithin (aus Soja)“. Zurzeit ist jedoch für Allergiker noch Vorsicht geboten: Restbestände mit alter Kennzeichnung dürfen noch aufgebraucht werden.
Umwelt
Auch in Sachen Umwelt ist die Sojabohne und ihr Anbau nicht besonders günstig. Da Soja nicht in Deutschland und in der EU nur vereinzelt angebaut wird, muss es aus weit entfernt gelegenen Anbauländern importiert werden. Dort wird Soja in Monokulturen angebaut, die das ökologische Gleichgewicht stören. Der weltweit steigende Bedarf erfordert immer größere Anbauflächen - eine Gefahr für den südamerikanischen Regenwald.
Zudem sind Sojaprodukte zum Teil sehr stark verarbeitet, zum Beispiel vegetarische „Fleisch“-Stücke wie Sojaschnitzel oder- würfel. Die aufwändige Herstellung belastet ebenfalls die Umwelt, weil viel Energie verbraucht wird.
Ernährung
Zu einem gesunden Speiseplan kann die Sojabohne einiges beitragen: Sie enthält viel hochwertiges Eiweiß - deshalb dient sie Vegetariern oft als Fleischersatz. Auch ihre Fettzusammensetzung ist gut, denn sie ist reich an wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Hinzu kommen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Interessant ist die Sojabohne auch wegen ihrer sekundären Pflanzenstoffe, den so genannten Isoflavonen. Diese können den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen, was wiederum die Entstehung von Arteriosklerose und somit von Herz-Kreislauferkrankungen verzögern kann. Isoflavone wirken wahrscheinlich vorbeugend für bestimmte Krebsarten und Osteoporose.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

