
Intimpflege - was ist wichtig?

Die richtige Körperpflege von Kopf bis Fuß ist wichtig für das Wohlbefinden. Man will sich sauber fühlen und gut riechen, auch im Schambereich. Dabei ist jedoch eine übereifrige Pflege für die Haut alles andere als gesund.
Zu viel Pflege schadet!
Einmal am Tag den Schambereich zu reinigen, ist sinnvoll. Grundsätzlich reicht Waschen mit lauwarmem Wasser vollkommen aus, du kannst aber auch eine milde, am besten seifenfreie Waschlotion verwenden.
In Drogerien und Apotheken findest du spezielle Waschlotionen für den Intimbereich, die an den niedrigen pH-Wert des Schambereichs angepasst und dadurch ganz gut für die Reinigung geeignet sind.
Parfümierte Seifen und Duschgels solltest du im Genitalbereich besser nicht verwenden, denn sie können den natürlichen Säureschutzmantel zerstören und anfällig für Keime, Bakterien und Pilze machen.
Wichtig ist: Wasch dich nur äußerlich, denn die Scheide reinigt sich durch ihre natürliche Flora selbst. Sie erhält einen pH-Wert, der eine Barriere für Krankheitserreger darstellt.
Es gibt viele Produkte für die Intimreinigung und -pflege wie Wasch- und Pflegegels, Deos oder Sprays. Diese Produkte brauchst du alle nicht. Sie sind häufig parfümiert und enthalten verschiedene Waschsubstanzen und Inhaltsstoffe, die die Haut reizen und Allergien auslösen können.
Tipps
Was ist bei der Reinigung wichtig?
Zur Intimhygiene eignet sich am besten klares Wasser und eventuell eine milde Waschlotion mit niedrigem pH-Wert.
Beim Wasc
hen solltest du dich immer „von vorne nach hinten“ reinigen. Dadurch verhinderst du, dass Darmbakterien in den Genitalbereich gelangen.
Waschlappen solltest du besser nicht verwenden, da sich darin sehr gerne Krankheitserreger tummeln.
Nach dem Waschen solltest du dich sorgfältig und vorsichtig abtrocknen.
Wasch dich grundsätzlich immer nur äußerlich, denn sonst kannst du leicht den natürlichen Schutz vor Infektionen stören.
Dusch- und Badeprodukte sind für die Intimpflege nicht gut geeignet, da sie die empfindliche Hautflora durch einen zu hohen pH-Wert stören.
Intimsprays, Körperpuder, Feuchttücher und Intimspüllösungen sind für die Reinigung im Genitalbereich vollkommen ungeeignet, besonders wenn Alkohol darin enthalten ist.
Was sollte man bei der Kleidung beachten?
Wechsel täglich deinen Slip.
Wasche deine Unterwäsche bei mindestens 60 Grad.
Trage lieber Baumwollunterwäsche statt Synthetik, denn Synthetik kann den Schweiß nicht aufsaugen. Dadurch stauen sich Wärme und Feuchtigkeit, die eine i
deale Voraussetzung für die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen bieten.
Verwende besser keine Slipeinlagen. Wenn du Slipeinlagen kaufst, dann achte darauf, dass sie Luft durchlassen und keine Duftstoffe enthalten. Slipeinlagen, die keine Luft durchlassen, speichern ebenfalls Wärme und Feuchtigkeit und erhöhen damit das Entzündungsrisiko.
Enge Hosen, die keine Luftzirkulation zulassen, sind ebenfalls ungünstig.
Ist während der Menstruation besondere Hygiene erforderlich?
Auch während der Menstruation reicht klares Wasser zum Waschen aus. Du fühlst dich aber wahrscheinlich wohler, wenn du eine milde Waschlotion verwendest.
Du kannst dich während der Menstruation mehrmals am Tag waschen, wenn du dich dabei sicherer und sauberer fühlst.
Wenn du lieber Tampons benutzt, solltest du diese regelmäßig, je nachdem wie stark die Blutung ist, wechseln. In den abklingenden Tagen verwende lieber kleinere Tampons oder Binden.
Was tun bei Jucken und Brennen?
Eine übertriebene Hygiene und die Verwendung von aggressiven Waschsubstanzen im Schambereich kann zu Hautirritationen führen und dazu beitragen, dass Infekte entstehen. Sie äußern sich meist durch Juckreiz und Brennen. Wenn du meinst, du müsstest dich dann intensiver waschen, störst du die empfindliche Intimflora immer mehr.
Grundsätzlich gilt: Bei Juckreiz und Brennen solltest du schnellstmöglich den Frauenarzt oder die Frauenärztin aufsuchen, der/die dann eine geeignete Behandlung einleitet.
Autorinnen: Jennifer M. , Samanta P. und Maren H.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

