Piercings ohne Nebenwirkungen

Noch vor wenigen Jahren gab es bei uns nur Ohrringe und - noch seltener - Nasenringe. Inzwischen ist es immer beliebter geworden, sich auch an anderen Stellen am Körper einen Ring stechen zu lassen.
Hier bekommst du einen Überblick über wichtige Informationen zum Piercing.
So findest du das richtig Studio
Wenn du ein Piercing-Studio aufsuchen möchtest, solltest du unbedingt auf einige wichtige Dinge achten, die darauf hindeuten, ob in dem Studio auch ordentlich gearbeitet wird.
Das Studio sollte einen abgetrennten Arbeitsplatz vom allgemeinen Kundenraum besitzen, in dem es, wie beim Arzt, ein Waschbecken mit Seifen- und Desinfektionsmittelspender, Einmalhandtücherbehälter sowie ein Sterilisationsgerät gibt. Die Arbeitsoberflächen, Instrumente und Geräte müssen vor dem Piercen mit Desinfektionsmittel gereinigt werden, damit eine Übertragung von Keimen verhindert wird. Während der Arbeit sollte der Piercer Einmalhandschuhe tragen, die einzusetzenden Schmuckstücke sollten neu und steril verpackt sein.
Aschenbecher, Lebensmittel, Getränke oder Haustiere haben in einem Piercing-Studio nichts zu suchen.
Die Preise liefern außerdem einen weiteren Anhaltspunkt für die Qualität des Studios. Ein sauberes Piercing bekommt man meist ab 50 Euro.
Welche Materialien sind geeignet?
Für den Ersteinsatz sollten hochwertige Materialien wie 750er Gold oder 100%iger Titan verwendet werden, da minderwertige Schmuckstücke Allergien auslösen und zu Hautentzündungen und Ekzemen führen können. Billige Ringe enthalten oft hohe Konzentrationen an Nickel, das zu einer Kontaktallergie führen kann, die lebenslänglich bestehen bleibt.
Piercing-Arten
In der folgenden Tabelle findest du die existierenden Piercing-Arten, die Dauer der Heilung und welche Risiken damit jeweils verbunden sind. Das häufigste Risiko bei allen Piercings besteht in einer Infektion der Wunde, vor allem bei nicht ausreichender Sterilisation. Dieses Risiko führen wir in der Tabelle nicht extra noch mal auf.
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Piercing-Ort |
Heilungsdauer |
Risiken |
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Augenbraue |
6-8 Wochen |
Lähmungen am Oberlid oder Entzündungen des Auges |
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Nasenflügel |
6-8 Wochen |
Halbseitige Gesichtslähmung, wenn Nervenbahnen verletzt werden |
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Ohren |
3-8 Wochen |
Bei Durchstecken des Ohrknorpels Entzündung und im Extremfall Hirnhautentzündung |
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Bauchnabel |
2-6 Monate |
Es können sich wulstige Narben bilden und das Bauchfell kann sich entzünden |
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Schamlippe oder Klitoris |
3-6 Wochen |
Schmerzen und Entzündungen |
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Vorhaut, Penis oder Hoden |
4-10 Wochen |
Schmerzen und Entzündungen |
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Unterlippe (Labret) |
4-6 Wochen |
An den Vorderzähnen kann das Zahnfleisch zurück gehen |
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Zunge |
ca. 2 Wochen |
Verletzung von Geschmacksnerven, das Kauen auf dem Schmuck kann Zahnschäden verursachen |
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Brustwarze |
2-4 Wochen |
Verletzung der Milchdrüsen |
Regeln zur Nachsorge
Da die Infektionsgefahr bei einem frisch eingesetzten Piercing sehr groß ist, solltest du die gepiercte Stelle immer nur mit sauberen Händen berühren. Im Übrigen solltest du dich genau an die Anweisungen des Piercers halten.
In den ersten Wochen solltest du Schwimmbad, Sauna und ähnliche Orte vermeiden.
Beim Zungenpiercing solltest du während des Heilungsprozesses nicht rauchen und dich, soweit es geht, nur von Flüssigkeiten und Brei ernähren sowie auf Milchprodukte verzichten.
Schon verheilte Piercings solltest du ab und zu herausnehmen und die Einstichstelle reinigen, damit sie sich nicht entzündet.
Bei Infektionen gehst du zum Piercing-Studio oder am besten direkt zum Arzt.
Autorinnen: Simona M., Laura L. und Zeliha B.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

