Was haben Säuren mit Fußgeruch zu tun?
Der Sommer kommt endlich näher, die Temperaturen steigen und es wird immer heißer, doch es gibt auch Dinge, die den Sommer zu einer Qual machen können. Ein langer Tag in der Schule und danach noch Sport, kaum werden die Schuhe ausgezogen, verbreitet sich ein erstickender Geruch im ganzen Raum. Woran liegt das?
Wodurch entsteht Fußgeruch?
Auf unserer Haut sammeln sich im Laufe des Tages von den Talgdrüsen gebildetes Hautfett und Schweiß. Schweiß besteht fast vollständig aus Wasser und er enthält etwas Harnstoff und Salze. Frischer Schweiß ist völlig geruchlos. Eine spezielle Bakterienflora, die von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich ausgeprägt ist, zersetzt auf der Hautoberfläche den gebildeten Schweiß und das Hautfett. Dadurch entsteht der ganz individuelle Körpergeruch jedes Menschen.
Besonders an den Füßen, die in warmen Socken und Schuhen stecken, bildet sich leicht ein idealer Lebensraum für Bakterien! Die Hornschicht an den Sohlen weicht etwas auf und die dort ansässigen speziellen Keime zersetzen das Hautfett.
Erst der Abbau von langkettigen Fettsäuren im Hautfett, die kaum riechen, zu kürzeren Ketten, wie Buttersäure, sorgt für den typischen Schweißgeruch. Weil sich an den Fußsohlen besonders viele Schweißdrüsen befinden, entsteht an den Füßen besonders viel Schweiß und deshalb ist es ganz normal, dass Füße riechen.
Langkettige Fettsäuren, die 10 oder mehr C-Atome enthalten, riechen wie gesagt nicht. Erst wenn diese langen C-Atom-Ketten in kürzere gespalten werden, riecht es für uns unangenehm. Hier eine kleine Übersicht über die übel riechenden Carbonsäuren:
- Stellt Euch einen Emmentaler-Käse vor, so riecht die Fettsäure Propionsäure oder förmlich genannt Propansäure. Sie enthält nur drei C-Atome. Sie bildet sich beim biologischen Abbau von pflanzlichen oder tierischen Materialien, so zum Beispiel auch bei der Käseherstellung.
- Die Fettsäure mit vier C-Atomen heißt Buttersäure oder Butansäure. Buttersäure entsteht z.B. beim Ranzig werden von Butter, daher stammt auch ihr Name. Sie stinkt widerlich nach Erbrochenem und Käsefüßen. In konzentrierter Form reizen ihre Dämpfe die Augen und die Atemwege.
- Eine weitere stinkende Fettsäure ist die Valeriansäure oder Pentansäure, die 5 C-Atome besitzt.
- Und die Capronsäure, bzw. Hexansäure schließlich mit 6 C-Atomen stinkt nach Ziege. Daher hat sie auch ihren Namen, das lateinische Wort für Ziege ist Capra. Sie kommt übrigens zu einem geringen Prozentsatz in unserer Milch vor.
So komisch es vielleicht klingen mag, alle diese stinkenden Fettsäuren werden bei der Herstellung von künstlichen Aromen verwendet. Wenn man sie mit bestimmten chemischen Stoffen, den Alkanolen reagieren lässt, entstehen daraus wunderbar fruchtige Aromen wie Ananas- oder Bananenaroma.
Autorin: Amy S. aus der Klasse 12/2 des EG der Hedwig-Dohm-Schule
Und was hilft jetzt gegen Fußgeruch?
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

